Die Tür geht nicht auf

Die Tür zum Biogas-BHKW geht nicht auf

Schleichende Veränderungsprozesse nehmen Betreiber oft selbst nicht wahr. So erging es Michael Wentzke von der IG Biogasmotoren  kürzlich beim Besuch einer Biogasanlage: die Tür zum BHKW-Betriebsraum ließ sich nicht mit normalem Kraftaufwand öffnen. Eine geheimnisvolle Kraft von innen hielt kräftig dagegen. Die Ursache war schnell geklärt. Die Zuluft- und Abluftgebläse wurden im Winter manuell gedrosselt und die Luftfilter standen vor dem Austausch. Der laufende Biogasmotor sorgte für einen kräftigen Unterdruck im Raum und kämpfte sowohl mit der knappen Luftmenge als auch mit der hohen Raumtemperatur.

Raumluft genauso wichtig wie Biogas

Vielfach wird über die Notwendigkeit der Biogasaufbereitung gesprochen. Das ist auch notwendig, aber es darf darüber nicht vergessen werden, dass auch mit der  Raum- und Ansaugluft alles stimmen muss, damit der Biogasmotor richtig läuft. Die korrekte Konditionierung der Ansauguft wird in der Praxis häufig vernachlässigt. Dies beginnt schon mit der Planung und Auslegung der Luftversorgung für den BHKW-Container oder die Raumaufstellung des Aggregates.

Frischluft zur Kühlung wird sowohl für den Motor als auch für den Generator benötigt. Staub und Schmutz müssen durch Raumluftfilter ferngehalten werden. Anderenfalls gibt es einen rasanten Laufbuchsen-Verschleiß, der kostentreibende Reparaturen nach sich zieht. Der Generator leidet ebenfalls, da bei Stillstand kondensierende Feuchtigkeit die Wicklungen schädigt. Dagegen schützt die Generatorstillstandsheizung, die stets mitgeliefert wird, aber häufig nicht angeschlossen wird.

Sparen an der Raumluftkonditionierung rächt sich

Es gibt immer noch Anlagenbauer, die eine Raumluftfilterung als Luxus erachten. Motorenhersteller schreiben vor, dass nicht nur die  Ansaugluft sondern auch die Raumluft gefiltert werden muss. Meistens ist es nicht mit einem großen Aufwand verbunden, Filter passend nachzurüsten. Geringere Instandhaltungskosten werden es dem Betreiber danken.

Ein installierter Umluftkanal ist ebenfalls kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, wenn bei kalten Außentemperaturen der Motor gestartet wird. Die Ansaugluft darf eine bestimmte Mindesttemperatur nicht unterschreiten, um den Motor vor zu hohen Ladungsgewichten zu schützen. Diese führen zu überhöhten Lagerbelastungen und Brennraumtemperaturen, die den Motor schädigen. Entsprechend angesteuerte Jalousieklappen schützen den Betriebsraum auch vor zu starker Auskühlung nach Motorstillstand. Dies wird gerade für den Flexbetrieb bedeutend sein, wo sich mehrstündiger Betrieb mit mehrstündigen Stillstandsphasen des Aggregates abwechseln.

Eigenstrombedarf mit cleverer Technik senken

Der Betriebsraum des Biogas-BHKW sollte ohne große Verwirbelung der Frischluft durchströmt werden. Die Frischluft wird so geführt, dass  sie in den Generator eintritt und dort die Wicklungen kühlt. Danach strömt sie am Biogasmotor entlang.

Es muss vermieden werden, dass das Frischluftgebläse das Luftfiltergehäuse des Biogasmotors direkt anströmt, sodass sich dort ein Staudruck bildet. Da dieser nicht auch am Nulldruckregeler anliegt, wird ein zu mageres Startgemisch gebildet und der Motor springt nicht oder schlecht an. Frequenzumrichter-geregelte Ventilatoren sorgen dafür, dass Frischluft in ausreichender Menge bei geringem Stromverbrauch bereitgestellt werden.

Eine Temperatur- und Mengenregelung der Frischluft sollte automatisch und nicht per Hand geschehen. Die hier zu notwendige Automatisierungstechnik ist mittlerweile preisgünstig und ebenfalls nachrüstbar. Die Stufenregelung mit zwei oder drei Volumenströmen der Gebläse hebt noch nicht das mögliche Einsparpotenzial für die Lüfterantriebe. Sparen lässt sich auch bei den Raumluftfiltern: Eine Differenzdruckmessung zeigt an, wann die Filterelemente ausgetauscht werden müssen.

Ein eingestellter leichter Überdruck im Betriebsraum schützt vor Staubbelastungen von außen und hat eine angenehme Nebenwirkung: die Tür geht wieder leichter auf…

Erfahrungen aus zurückliegenden Flex-Veranstaltungen

Quelle SKVE AG: Flexbetrieb

Manche Veranstalter und sicher auch manche Teilnehmer haben die Erwartung, in wenigen Stunden sei das Thema Flexibilisierung mit seinen zahlreichen Schnittstellen ausreichend besprochen. Das deckt sich nicht mit unseren Erfahrungen aus zahlreichen Flex-Veranstaltungen. Die richtige Arbeit fängt für Betreiber erst nach einem Ganztages-Seminar an, wenn vor dem Hintergrund der eigenen Anlage die Voraussetzungen für erfolgreiche Flexibilisierung geklärt und bewertet werden müssen. Ziel muss es sein, alle wichtigen Entscheidungskriterein und die inhaltlichen und zeitlichen Abhängigkeiten der Teilthemen voneinander in Flex-Veranstaltungen ausreichend detailliert vorzustellen.

1. Zukunftsperspektive – die Zeit nach dem EEG

Mt einer Restlaufzeit des jeweilgen EEGs für die eigene Biogasanlage von mehr als 10 Jahren lässt sich die Flexprämie für die Investition in ein weiteres Biogas-BHKW nutzen. Die Höchstbemessungsleistung bleibt gleich, der Volllastbetrieb des BHKWs wird verlassen und je nach Anzahl und Größe des Flex-Aggregates werden jährlich nur noch ca. 2500 bis 4000 Betriebsstunden erreicht. Damit fallen größere Revisionen und Grundüberholungen der Biogasmotoren entsprechend später an.

Es ist davon auszugehen, dass nach Auslauf des EEG-Zeitraumes ein wirtschaftlicher Betrieb der Biogasanlagen nur noch mit bedarfsgerechter Stromerzeugung und einem Wärmekonzept möglich sein wird.

Es gibt kein Patentrezept für das ideale Maß der Überbauung einer bestehenden Anlage. Daher ist es ratsam, eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsrechnung vor die Investitions-entscheidung zu stellen. Für den späteren Flexbetrieb der BHKWs ist die Peripherie insbesondere im Bereich der Biogasaufbereitung, der Gas- und Wärmespeicher sowie der Trafostation anzupassen.

2. Frühzeitig Genehmigungsbehörden einbinden

Die Genehmigungsdauern reichen von sportlichen 5 Monaten bis knapp 2 Jahre. Wenn dann noch Lieferzeiten mit ca. 6 Monaten vom BHKW-Lieferanten hinzukommen, wird klar, wie wichtig ein Zeitplan für alle Phasen des Flexibilisierungsprojektes wird.

Betreiber berichten von postiven Erfahrungen, wenn Behörden frühzeitig in das Flexprojekt eingebunden werden. Es scheint auch noch nicht überall bei Genehmigungsbehörden angekommen zu sein, dass Flexibilisierung nicht mit einem Mehrverbrauch von Substraten verbunden ist, sondern die Produktion der Energiemenge nur anders zeitlich verteilt wird. Je mehr um Verständnis geworben wird und je mehr Vorurteile abgebaut werden, desto einfacher und schneller wird der Genehmigungsprozess.

3. Netzanbindung und Trafostation

Manche Netzbereiche erlauben heute kaum noch einen weiteren Ausbau, um eine größere elektrische Leistung aufzunehmen. Deswegen ist eine der ersten Aufgaben die Netzanfrage. Ohne ein grünes Licht vom Netzbetreiber droht das Flexprojekt zu scheitern.

Wenn die Netzanbindung heute nicht ausreichend gegeben ist, könnte ein klärendes Gespräch mit dem Übertragungsnetzbetreiber helfen, ob nicht zeitlich parallel der Aufbau des Flex-BHKWs und der Netzausbau bis zum Einspeisepunkt geschehen kann.

Für eine mindestens doppelte Überbauung wird auch der vorhandene Tranformator zu klein sein. Die nicht zu knappe Auslegung des Transformators ist für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht zu unterschätzen, da sonst dauerhaft unnötig große Wirkungsgrad-Verlustes des Transformators in Kauf genommen werden müssen.

4. Gasspeicher und Wärmespeicher müssen bewertet werden

Flexibler Betrieb bedeutet phasenweiser Stillstand aller Biogasmotoren, wenn die Strompreise unattraktiv niedrig sind und Volllast für alle Aggregate, wenn die Strompreise an der Börse hoch sind. Flexibler Betrieb hat auch nichts mit Regelenergiebereitstellung zu tun. Dieses Missverständnis teilen sich viele Betreiber mit Herstellern und Packagern.

Auf der einen Seite möchte man als Betreiber die erlaubte Höchstbemessungsleistung hereinfahren. Dazu reichen je nach Grad der Überbauung schon 3000 Betriebsstunden pro Biogasmotor oder weniger aus. Andererseits dürfen die Stillstandszeiten der Biogas-Motoren nicht so groß sein, dass sich der Wärmespeicher entleert und Wärmekunden über zu niedrige Temperaturen klagen. Ein optimierter Fahrplan berücksichtigt sowohl die höchsten Strompreis im Markt als auch die erforderliche Wärmeversorgung der Wärmeabnehmer.

5. Biogasversorgung und -Aufbereitung

Biogasentfeuchtung, Nacherwärmung und Entschwefelung im Aktivkohlefilter sind für Anlagenbauer deshalb eine Herausforderung, weil mit ca. 2 Starts pro Tag Abkühl- und Aufwärmphasen durch eine Warmhaltung kompensiert werden müssen. Diese lässt sich entweder elektrisch oder aus einem Wärmespeicher bedienen. Damit wird vermieden, dass kaltes und feuchtes BIogas die Aktivkohle passiert und dadurch ungefiltert Schwefel-wasserstoff in den Biogasmotor gelangt.

Mehrere Biogas-BHKWs, die von den bestehenden Fermentern mit Biogas versorgt werden sollen, benötigen ausreichend dimensionierte Rohbiogasleitungen und Gasgebläse, die den notwendigen Gas-Vordruck am jeweiligen BHKW sicherstellen. Anderenfalls beeinflussen sich einzeln startende BHKWs ungüstig und der Gasdrck bricht am Nachbar-BHKW so ein, das der Biogasmotor in die Abschaltung geht. Durch sorgfältige Planung lassen sich diese unerwünschten Betriebszustände vermeiden.

6. Motorvorwämung und Versorgung der Wärmekunden

Der Wechsel von Warm- und Kaltbetriebszuständen ist grundsätzlich mit höherem Verschleiß der Motoren verbunden und kann durch eine Vorwärmung oder Warmhaltung vermieden werden. Auch hier bietet sich als Energielieferant ein Wärmespeicher an, der die gewünschte Wärme deutlich preisgünstiger liefert als die elektrisch betriebenen Vorwärmeinrichtungen, die viele Biogasmotoren serienmäßig aufweisen.

Die größere Anzahl von Motorstarts beanspruchen die Lager der Motoren nur unwesentlich, wenn elektrisch vorgeschmiert wird. Manche Hersteller statten ihre Biogasmotoren mit Vorschmierpumpen aus, ab einer bestimmten Motorengröße sind sie ohnehin zwingend notwendig. Sofern die Anzahl der Starts unter 1000 pro Jahr bleibt, ist für viele Hersteller nicht von signifikant höherem Lagerverschleiß auszugehen. Auch bei älteren Motoren ist eine Vorschmierung nachrüstbar, um den Verschleiß zu reduzieren.

Gut optimierte Flex-Fahrpläne  kommen mit 1,5 – 2 Starts pro Tag aus und sind nicht mit den (unkalkulierbaren) Fahrplänen und Leistungsabrufen der Regelenergiebereitstellung vergleichbar. Nach dem Start laufen die Motoren mindesten 2 Stunden bis maximal ca. 10 -12 Stunden und haben am Wochenende eher größere Stillstandszeiten, weil die Strompreise niedrig sind.

Gerade dann schlägt die Stunde richtig dimensionierter Gasspeicher, die bei still stehenden Motoren sich befüllen und die Gasproduktion aufnehmen. Der Wärmespeicher entlädt sich am Wochenende stärker für den Wärmebedarf der Wärmekunden und sollte dies auch bei strengen Außentemperaturen schaffen.

Schon im ganz normalen Volllastbetrieb gibt es durch mangelhafte Planung der Komponenten zur Wärmeversorgung häufig Probleme, die sich im Flexbetrieb dramatisch verschärfen würden, wenn die Lastprofile der Wärmekunden unberücksichtigt blieben und die Wärmetauscher, Pumpen und Wärmeleitungen zu knapp dimensioniert würden. Die Umsetzung der dynamischen Anforderungen der Wärmespeicher für Auf- und Entladung sind die Erfolgsfaktoren eines gut geplanten Flexprojektes.

7. Sorgfalt vor Schnelligkeit

Ohne planerische Unterstützung wird es nach unserer Überzeugung kein nachhaltig wirtschaftlich erfolgreiches Flexprojekt geben können. Der (externe) Planungsaufwand macht sich später durch störungsfreien Betrieb bezahlt.

Ein Flexprojekt hat zahlreiche Schnittstellen nach außen, die zeitlich bedient werden müssen. Auch wenn der Alltagsbetrieb fallweise zurücktreten muss, lohnt sich der Zeiteinsatz für die Flexibilisierung, damit diese unter Beachtung aller Risiken erfolgreich bewältigt wird.

Deshalb ist jedem Betreiber empfohlen, sein eigenes Flexprojekt kritisch auf wirtschaftliche Risiken und Chancen hin zu überprüfen und mit ausreichenden Reserven zu kalkulieren.

Warum Aktivkohle es im Winter schwer hat

Quelle NECATEC AG : Beladungsleistung von Aktivkohle in Abhängigkeit von relativer Gasfeuchte und Temperatur

Im Winter ist der Schwefelwasserstoff-gehalt des Rohbiogases um bis zu 30% höher als im Sommer. Die Aufnahme-fähigkeit der Aktivkohle hängt unter anderem davon ab, wie groß die relative Feuchte des Biogases und seine Temperatur ist. Durch die Gaskühlung wird das Rohbiogas entwässert.Danach tritt es wieder erwärmt in den Aktivkohlefilter ein. Die unvermeidliche Restfeuchte und die Temperatur des Rohbiogases im Aktivkohlefiltergehäuse bestimmen nun die Beladungsleistung der Aktivkohle. Es darf nicht zu „trocken“ und nicht zu „nass“ sein. Die Herausforderung für die Anlagentechnik besteht darin, bei wechselnden Außentemperaturen gerade den optimalen Bereich zutreffen, in dem die Aktivkohle viel Schwefelwasserstoff aufnimmt. Ziel ist es, den Biogasmotor vor Schwefelwasserstoff im Biogas-Luft-Gemisch zu schützen, die innermotorisch das Schmieröl versauert und Bauteile im Abgasstrang korrodiert.

Fütterung und Rohentschwefelung können die Biogasaufbereitung belasten

Wird Hühnertrockenkot oder Geflügelmist in nenenswerten Anteilen gefüttert, entstehen Natriumfrachten und es wird Ammoniak gebildet. In Verbindung mit Eisenchlorid, das gern zur Rohentschwefelung eingesetzt wird, kann sich Salz bilden, das mit dem Biogas in den Brennraum gelangt und dort zur Salzäurebildung führt. Diese hat eine stark korrosive Wirkung in allen abgasführenden Bauteilen. Aktivkohle, die auf die Bindung von Schwefelwasserstoff ausgelegt ist, kann nicht in gleichem Maße auch Ammoniak herausfiltern. Hier ist eine zweite Filterstufe notwendig – oder die Fütterung verzichtet auf Geflügel-Substrate. Auch zu Eisenchlorid als Rohentschwefelung gibt es Alternativen, um die Salzsäurebildung zu verhindern.

Warmhaltung der Aktivkohle im Flex-Betrieb

Im Flexbetrieb werden Zeitscheiben gefahren, die von unterschiedlich langen Stillstandszeiten des Blockheizkraftwerkes abgelöst werden. Diese können je nach Grad der Überbauung werktags 6 bis 8 Stunden zwischen der Betriebsphase betragen, am Wochenende auch schon einmal 18 bis 24 Stunden. Da Fahrpläne für das Biogas-Blockheizkraftwerk rollierend gemäß Wetter – und Börsenpreisprognose erstellt werden können, lassen sich die Zeitpunkte für eine Vorwärmung oder dauerhafte Warmhaltung des Aktivkohle-Filtergehäueses bestimmen.

Es wäre gerade im Winter verschleißfördernd, wenn nach einer Stillstandsphase des Biogasmotors dieser bei Anlauf erst einmal wegen einer „kalten“ und möglicherweise zu „nassen“ Aktivkohle viel Schwefelwasserstoff schluckt. Die Biogasnacherwärmung muss mit Blick auf das Filtergehäuse und die nachfolgende Biogasleitung zur Gasregelstrecke erweitert werden und vor Start des Biogasmotors ausreichend Wärme – elektrisch erzeugt oder aus einem Warmwasserspeicher – bereitstellen.

Für Anlagenbauer ergeben sich hier konkrete Aufgaben der Anlagenoptimierung mit Blick auf den Flex-Betrieb, die von der Expertise derjenigen Unternehmen begleitet werden sollten, die sich intensiv mit den Einflussfaktoren auf eine optimale Ausnutzung der Aktivkohle beschäftigt haben. Erst individuell angepasste Lösungskonzepte führen zum gewünschten Ergebnis: keine Belastung des Biogasmotors und wirtschaftlicher Einsatz der Aktivkohle. Handlungsbedarf gibt es häufig schon beim klassischen Volllastbetrieb der Biogas-Blockheizkraftwerke.

Gastbeitrag HGS: Schwingungsmessung im BHKW

Wie H.G.S. Schwingungsmessungen in der Praxis durchführt

Schwingungsmessung an einem Biogas-Aggregat

Die Schwingungsmessung ist nach DIN ISO 8528-9 seitens des Lieferanten der Gasmotoreinheit mit Generator (Caterpillar Energy Solutions – MWM) nach der erfolgten Inbetriebnahme des BHKWs vorgeschrieben.

Für die Durchführung der Messung sind entsprechende Meßgeräte und -Fühler sowie speziell geschulte Servicetechniker erforderlich. Für die Messung wird eine Vorlage von MWM, in der bis zu 60 Meßpunkte graphisch und tabellarisch dargestellt sind, verwendet.

Die Messung ist nach der Inbetriebnahme notwendig, um unter anderem die korrekte Aufstellung des Gensets z.B. im Container oder auf einem Fundament in Raumaufstellung zu kontrollieren. Es werden die Einhaltung der Grenzwerte für Schwingungen am Gasmotor und Generator, die Wellen-Ausrichtung vom Generator zum Gasmotor, die Funktion der einzelnen Komponenten zur Schwingungsreduzierung (z.B. Federelemente, Schwingungsdämpfer am Motor, Kompensatoren, etc.) überprüft und ein Referenzwert für spätere Messungen festgestellt.

Praktische Durchführung einachsiger Schwingungsmessungen

Messwertaufnehmer mit einem mobilen Schwingungsmessgerät

Die Schwingungsmessung und Dokumentation der entsprechenden Meßwerte ist Bestandteil der Inbetriebnahme nach MWM-Hersteller-vorgabe und einschließlich der restlichen Inbetriebnahme-Dokumente bei MWM einzureichen.

Bei den folgenden, größeren Wartungsstufen des GenSet (Gasmotor und Generator) ist ebenfalls eine Schwingungsmessung vorgeschrieben. Die entsprechenden Wartungsintervalle und dazugehörigen Umfänge sind der jeweils beigefügten Dokumentation von MWM zum Marelli-Generator zu entnehmen.

Um nun zu erkennen ob sich das Schwingungsverhalten des BHKWs verändert hat, ist ein Vergleich mit den Referenzwerten aus der Messung nach der Inbetriebnahme unumgänglich. Nur durch den Vergleich mit dem Neuzustand ist zu erkennen, ob und wo sich Werte verändern, so daß man dann gegebenenfalls darauf reagieren und eine weitere Diagnose der Fehlerquelle einleiten kann.

Stellt man nun bei einer Schwingungsmessung im Rahmen einer Wartung fest,  daß sich die Werte verändert haben, sollte man an den entsprechenden Meßpunkten erneut eine Messung durchführen,  um sicherzustellen, daß es sich nicht um einen Meßfehler handelt.

Werden die Abweichungen zum damaligen Referenzwert in der Vergleichsmessung bestätigt, so sollte man vor Ort direkt folgende Punkte kontrollieren:

  • Einstellung der Federelemente und Kontrolle, ob diese vollständig auf dem Boden aufliegen sowie
  • Sichtkontrolle der Kompensatoren

Wenn diese Punkte alle in Ordnung sind, so sollte im Anschluß die Wellenausrichtung vom Gasmotor und Generator kontrolliert werden. Des weiteren kann man weitere Messungen, z.B. an anderen Meßpunkte, oder eine Spektrumanalyse durchführen.

Ein verändertes Schwingungsverhalten kann natürlich auch von einem „unrunden“ Motorlauf hervorgerufen werden. Ein „unrunder“ Motorlauf ist zum Teil zu hören und zu sehen oder kann auch an analogen Leistungs- oder Stromanzeigen sichtbar sein. Stellt man nun fest, daß der Motor nicht ruhig läuft, kann man zum einen in der MWM TEM-Steuerung die jeweilige  Zündenergie ablesen und per Zündlichtpistole die einzelnen Zylinder auf korrekte Zündimpulse hin kontrollieren.

Weiterhin sollte der korrekte Zündzeitpunkt ebenfalls direkt kontrolliert werden. Eine Messung der Abgaswerte nach Motor sowie vor Katalysator kann ebenfalls hilfreich sein, um zu erkennen, ob der Motor in seinen richtigen Parametern läuft.

Zu hohe Schwingungen können zu kurz- und langfristigen Schäden am gesamten BHKW führen. Wenn diese Schäden eintreffen, ist meistens eine kostenintensive Reparatur, verbunden mit einer längeren Ausfallzeit, unumgänglich. Welche Leistungsumfange für Schwingungsmessungen angeboten wird und wie groß der Zeitaufwand für die Messung ist, erfahren Interessenten hier.

Autor: Arnd Dietrich, Leitung Elektrotechnik H.G.S. GmbH & Co KG in Krefeld

Praxisworkshops Flexibilisierung in Bayern

3 Termine in Bayern: Praxisworkshops Flexibilisierung

Die im November 2016 angelaufene Reihe von Praxisworkshops zum Thema Flexibilisierung wird für Betreiber von Biogasanlagen Ende Januar und Anfang Februar an drei Standorten in Bayern fortgesetzt. Betreiber spüren jetzt, dass es an der Zeit ist, die Grundsatzfrage für sich unternehmerisch zu entscheiden, ob flexibilisiert werden soll oder nicht. In den zurückliegenden Veranstaltungen standen Fragen der Anlagengenehmigung, der Projektabwicklung und der zukünftig zu erwartenden Wirtschaftlichkeit einer flexibilisierten BIogasanlage im Vordergrund.

Praxisworkshops Flexibilisierung: Termine in Bayern

An diesen 3 Standorten sind die Praxisworkshops geplant:

  1. Unterneukirchen am 31.Januar 2017
  2. Landau/Inn am 1. Februar 2017 und
  3. Weiden in der Oberpfalz am 2. Februar 2017

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 10.00 Uhr und sind ca. um 16.00 Uhr beendet. Weitere Details der Veranstaltung sind den oben verlinkten Einladungsflyern zu entnehmen. Die Anmeldung erfolgt auf der jeweiligen Anmeldeseite der IG Biogasmotoren gleich auf der Startseite.

Inhaltliches Schmankerl der 3 bayrischen Veranstaltungen

Die vier Fachvorträge wurden für diese drei Veranstaltungen um einen weiteren Fachvortrag ergänzt, der sich mit der Unterstützung der Biologie in der Gärstrecke für den Flexbetrieb beschäftigt. In welcher Weise die Fütterung mit Blick auf den Fahrplan modifiziert werden sollte und wie saisonale Veränderungen berücksichtigt werden müssen, zeigt ein Unternehmen, das Betreiber von Biogasanlagen in der Prozessoptimierung mit Analytik und mit Prozesshilfsstoffen begleitet.

In den Kernthemen des Praxisworkshops Flexibilisierung geht es um folgende Fragen:

  • Wie sieht die Projektabwicklung in der Flexibilisierung aus und welche Anmeldungen und Termine sind zwingend zu beachten?
  • Wie muss die Peripherie des alten und neuen Biogas-BHKWs angepasst werden, sodass ein problemloser Flexbetrieb ermöglicht wird?
  • Welche Fahrplan-Varianten liefern attraktive Zusatzerträge?
  • Wie haben sich Motorenhersteller auf den Flexbetrieb ihrer Produkte eingestellt und was bedeutet dies für die eigenen Betriebskosten im Bereich der Instandhaltung?

Gute Betreiber-Bewertungen für diese Konzeption eines Flexseminares

Betreiber haben reichlich Gelegenheit, ihre Fragen mit Blick auf die Flexibiliiserung ihrer Biogasanlage zustellen und profitieren vom Erfahrungsaustausch mit ihren Kollegen. Teilnehmer des zurückliegenden Praxisworkshops Flexibilisierung in Brokenlande äußerten sich nach der Veranstaltung so:

Mathias Reumann (Bioenergie Westerkamp aus 25485 Hemdingen mit 400 kW el.) auf unserem Praxisworkshop Flexibilisierung am 30.11.2016 in Brokenlande:“Mir hat die Veranstaltung gut gefallen, sie brachte viele Anregungen und so habe ich doch wieder einen Ruck erhalten, mit meinem Partner das Thema wieder anzuschieben.“

Karsten Jung (Struve-Schwensen Biogas in 24881 Nübel mit 680 kW el.) stellte nach der Veranstaltung fest: „Mit diesem Seminar habe ich jetzt das notwendige tiefe Verständnis für die Flexibilisierung gewonnen und die Hemmschwelle, das Thema jetzt anzugehen, ist deutlich kleiner geworden.“

Es lohnt sich, sich als Betreiber einer Biogasanlage über die Frage der Flexibilisierung Klarheit zu verschaffen. Wer noch 10 Jahre oder mehr Restlaufzeit seines EEGs vor sich hat, hat zumindest eine nicht so schnell wiederkommende Chance in Form der Flexprämie, die eine sorgfältig geplante BHKW-Erweiterung zu einem großen Prozentsatz refinanziert.

Seminarübersicht 1. Quartal 2017 : Flex und Betriebssicherheit

Pflicht und Kür: Betriebssicherheit und Flexibilisierung

Im 1. Quartal des neuen Jahres haben wir für Sie Seminare mit den beiden Themen eingeplant, die Sie im zurückliegenden Quartal stark nachgefragt haben. Neben den öffentlich zugänglichen Seminaren für Flexibilisierung und Betriebssicherheit (Zertifikatsseminar zur Erlangung der Fachkunde gemäß TRGS 529) haben wir auch eine ganze Reihe von Inhouse-Seminaren zu diesen beiden Themen durchgeführt, die von Betreiber-Arbeitsgruppen gewünscht wurden. Für diese Seminare sind im 1. Quartal 2017 nur noch wenige Termine frei. Stellen Sie Ihre diesbezüglichen Wünsche daher möglichst frühzeitig, damit wir sie noch berücksichtigen können.

2017: das Jahr der Flexentscheidung für Betreiber?
In unseren zurückliegenden Flex-Seminaren haben wir festgestellt, dass sich die Fragen zur grundlegenden Entscheidung, ob der Betrieb der eigenen Biogasanlage flexibilisiert werden soll oder nicht, in den Vordergrund schieben und jetzt anstehen, um noch ausreichend Zeit für eine sorgfältige Umsetzung zu haben. Je später diese Entscheidung getroffen wird, desto stärker wirken die Einschränkungen auf diese wichtige unternehmerische Entscheidung.

Auch wenn die Flexibilisierungsentscheidung stets eine Einzelfallentscheidung ist, in unserem Praxisworkshop Flexibilisierung stellen wir Ihnen mit unseren Partnern anhand von konkreten Beispielen den zu Beginn anstehenden Entscheidungsprozess und die nachfolgende Umsetzung vor. Die Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren schaut dabei auf die erforderlichen technischen Voraussetzungen für das bestehende und das neu zu beschaffende Blockheizkraftwerk. Besonderes Augenmerk genießen Wartungspläne der Hersteller für Flexbetrieb, damit die Instandhaltungskosten auch für den Flexbetrieb in dem von Ihnen gewählten Fahrplan kalkulierbar bleiben.

Betriebssicherheit und Ertragskraft verbinden
In unserem Betriebssicherheits-Seminar gemäß TRGS 529 verbinden wir die gesetzgeberische Auflage nach der Qualifikation der Betreiber von Biogasanlagen mit den Hinweisen zum Betrieb der Anlage, die sich sowohl auf die Gärstrecke als auch auf das BHKW beziehen, um die Ausbeute (Biogas, Strom, Wärme) zu erhöhen und die Instandsetzungskosten und Ausfallzeiten zu senken. Maßnahmen zur Stärkung der Betriebssicherheit sind nicht nur mit mehr Aufwendungen verbunden, sondern können auch zur Verbesserung des Ergebnisses führen. Dies gilt auch für klassische Risikokosten wie Versicherungskosten.

Über unsere weiteren Weiterbildungsveranstaltungen mit Blick auf die BHKW-Technik und Betriebsführung, die wir auch über das Internet für Sie nutzbar anbieten, informieren wir Sie im Laufe des Monats Januar. Hier finden Sie unsere Seminarübersicht für das 1. Quartal 2017 zum Download.