Warum Aktivkohle es im Winter schwer hat

Quelle NECATEC AG : Beladungsleistung von Aktivkohle in Abhängigkeit von relativer Gasfeuchte und Temperatur

Im Winter ist der Schwefelwasserstoff-gehalt des Rohbiogases um bis zu 30% höher als im Sommer. Die Aufnahme-fähigkeit der Aktivkohle hängt unter anderem davon ab, wie groß die relative Feuchte des Biogases und seine Temperatur ist. Durch die Gaskühlung wird das Rohbiogas entwässert.Danach tritt es wieder erwärmt in den Aktivkohlefilter ein. Die unvermeidliche Restfeuchte und die Temperatur des Rohbiogases im Aktivkohlefiltergehäuse bestimmen nun die Beladungsleistung der Aktivkohle. Es darf nicht zu „trocken“ und nicht zu „nass“ sein. Die Herausforderung für die Anlagentechnik besteht darin, bei wechselnden Außentemperaturen gerade den optimalen Bereich zutreffen, in dem die Aktivkohle viel Schwefelwasserstoff aufnimmt. Ziel ist es, den Biogasmotor vor Schwefelwasserstoff im Biogas-Luft-Gemisch zu schützen, die innermotorisch das Schmieröl versauert und Bauteile im Abgasstrang korrodiert.

Fütterung und Rohentschwefelung können die Biogasaufbereitung belasten

Wird Hühnertrockenkot oder Geflügelmist in nenenswerten Anteilen gefüttert, entstehen Natriumfrachten und es wird Ammoniak gebildet. In Verbindung mit Eisenchlorid, das gern zur Rohentschwefelung eingesetzt wird, kann sich Salz bilden, das mit dem Biogas in den Brennraum gelangt und dort zur Salzäurebildung führt. Diese hat eine stark korrosive Wirkung in allen abgasführenden Bauteilen. Aktivkohle, die auf die Bindung von Schwefelwasserstoff ausgelegt ist, kann nicht in gleichem Maße auch Ammoniak herausfiltern. Hier ist eine zweite Filterstufe notwendig – oder die Fütterung verzichtet auf Geflügel-Substrate. Auch zu Eisenchlorid als Rohentschwefelung gibt es Alternativen, um die Salzsäurebildung zu verhindern.

Warmhaltung der Aktivkohle im Flex-Betrieb

Im Flexbetrieb werden Zeitscheiben gefahren, die von unterschiedlich langen Stillstandszeiten des Blockheizkraftwerkes abgelöst werden. Diese können je nach Grad der Überbauung werktags 6 bis 8 Stunden zwischen der Betriebsphase betragen, am Wochenende auch schon einmal 18 bis 24 Stunden. Da Fahrpläne für das Biogas-Blockheizkraftwerk rollierend gemäß Wetter – und Börsenpreisprognose erstellt werden können, lassen sich die Zeitpunkte für eine Vorwärmung oder dauerhafte Warmhaltung des Aktivkohle-Filtergehäueses bestimmen.

Es wäre gerade im Winter verschleißfördernd, wenn nach einer Stillstandsphase des Biogasmotors dieser bei Anlauf erst einmal wegen einer „kalten“ und möglicherweise zu „nassen“ Aktivkohle viel Schwefelwasserstoff schluckt. Die Biogasnacherwärmung muss mit Blick auf das Filtergehäuse und die nachfolgende Biogasleitung zur Gasregelstrecke erweitert werden und vor Start des Biogasmotors ausreichend Wärme – elektrisch erzeugt oder aus einem Warmwasserspeicher – bereitstellen.

Für Anlagenbauer ergeben sich hier konkrete Aufgaben der Anlagenoptimierung mit Blick auf den Flex-Betrieb, die von der Expertise derjenigen Unternehmen begleitet werden sollten, die sich intensiv mit den Einflussfaktoren auf eine optimale Ausnutzung der Aktivkohle beschäftigt haben. Erst individuell angepasste Lösungskonzepte führen zum gewünschten Ergebnis: keine Belastung des Biogasmotors und wirtschaftlicher Einsatz der Aktivkohle. Handlungsbedarf gibt es häufig schon beim klassischen Volllastbetrieb der Biogas-Blockheizkraftwerke.

Gastbeitrag HGS: Schwingungsmessung im BHKW

Wie H.G.S. Schwingungsmessungen in der Praxis durchführt

Schwingungsmessung an einem Biogas-Aggregat

Die Schwingungsmessung ist nach DIN ISO 8528-9 seitens des Lieferanten der Gasmotoreinheit mit Generator (Caterpillar Energy Solutions – MWM) nach der erfolgten Inbetriebnahme des BHKWs vorgeschrieben.

Für die Durchführung der Messung sind entsprechende Meßgeräte und -Fühler sowie speziell geschulte Servicetechniker erforderlich. Für die Messung wird eine Vorlage von MWM, in der bis zu 60 Meßpunkte graphisch und tabellarisch dargestellt sind, verwendet.

Die Messung ist nach der Inbetriebnahme notwendig, um unter anderem die korrekte Aufstellung des Gensets z.B. im Container oder auf einem Fundament in Raumaufstellung zu kontrollieren. Es werden die Einhaltung der Grenzwerte für Schwingungen am Gasmotor und Generator, die Wellen-Ausrichtung vom Generator zum Gasmotor, die Funktion der einzelnen Komponenten zur Schwingungsreduzierung (z.B. Federelemente, Schwingungsdämpfer am Motor, Kompensatoren, etc.) überprüft und ein Referenzwert für spätere Messungen festgestellt.

Praktische Durchführung einachsiger Schwingungsmessungen

Messwertaufnehmer mit einem mobilen Schwingungsmessgerät

Die Schwingungsmessung und Dokumentation der entsprechenden Meßwerte ist Bestandteil der Inbetriebnahme nach MWM-Hersteller-vorgabe und einschließlich der restlichen Inbetriebnahme-Dokumente bei MWM einzureichen.

Bei den folgenden, größeren Wartungsstufen des GenSet (Gasmotor und Generator) ist ebenfalls eine Schwingungsmessung vorgeschrieben. Die entsprechenden Wartungsintervalle und dazugehörigen Umfänge sind der jeweils beigefügten Dokumentation von MWM zum Marelli-Generator zu entnehmen.

Um nun zu erkennen ob sich das Schwingungsverhalten des BHKWs verändert hat, ist ein Vergleich mit den Referenzwerten aus der Messung nach der Inbetriebnahme unumgänglich. Nur durch den Vergleich mit dem Neuzustand ist zu erkennen, ob und wo sich Werte verändern, so daß man dann gegebenenfalls darauf reagieren und eine weitere Diagnose der Fehlerquelle einleiten kann.

Stellt man nun bei einer Schwingungsmessung im Rahmen einer Wartung fest,  daß sich die Werte verändert haben, sollte man an den entsprechenden Meßpunkten erneut eine Messung durchführen,  um sicherzustellen, daß es sich nicht um einen Meßfehler handelt.

Werden die Abweichungen zum damaligen Referenzwert in der Vergleichsmessung bestätigt, so sollte man vor Ort direkt folgende Punkte kontrollieren:

  • Einstellung der Federelemente und Kontrolle, ob diese vollständig auf dem Boden aufliegen sowie
  • Sichtkontrolle der Kompensatoren

Wenn diese Punkte alle in Ordnung sind, so sollte im Anschluß die Wellenausrichtung vom Gasmotor und Generator kontrolliert werden. Des weiteren kann man weitere Messungen, z.B. an anderen Meßpunkte, oder eine Spektrumanalyse durchführen.

Ein verändertes Schwingungsverhalten kann natürlich auch von einem „unrunden“ Motorlauf hervorgerufen werden. Ein „unrunder“ Motorlauf ist zum Teil zu hören und zu sehen oder kann auch an analogen Leistungs- oder Stromanzeigen sichtbar sein. Stellt man nun fest, daß der Motor nicht ruhig läuft, kann man zum einen in der MWM TEM-Steuerung die jeweilige  Zündenergie ablesen und per Zündlichtpistole die einzelnen Zylinder auf korrekte Zündimpulse hin kontrollieren.

Weiterhin sollte der korrekte Zündzeitpunkt ebenfalls direkt kontrolliert werden. Eine Messung der Abgaswerte nach Motor sowie vor Katalysator kann ebenfalls hilfreich sein, um zu erkennen, ob der Motor in seinen richtigen Parametern läuft.

Zu hohe Schwingungen können zu kurz- und langfristigen Schäden am gesamten BHKW führen. Wenn diese Schäden eintreffen, ist meistens eine kostenintensive Reparatur, verbunden mit einer längeren Ausfallzeit, unumgänglich. Welche Leistungsumfange für Schwingungsmessungen angeboten wird und wie groß der Zeitaufwand für die Messung ist, erfahren Interessenten hier.

Autor: Arnd Dietrich, Leitung Elektrotechnik H.G.S. GmbH & Co KG in Krefeld

Praxisworkshops Flexibilisierung in Bayern

3 Termine in Bayern: Praxisworkshops Flexibilisierung

Die im November 2016 angelaufene Reihe von Praxisworkshops zum Thema Flexibilisierung wird für Betreiber von Biogasanlagen Ende Januar und Anfang Februar an drei Standorten in Bayern fortgesetzt. Betreiber spüren jetzt, dass es an der Zeit ist, die Grundsatzfrage für sich unternehmerisch zu entscheiden, ob flexibilisiert werden soll oder nicht. In den zurückliegenden Veranstaltungen standen Fragen der Anlagengenehmigung, der Projektabwicklung und der zukünftig zu erwartenden Wirtschaftlichkeit einer flexibilisierten BIogasanlage im Vordergrund.

Praxisworkshops Flexibilisierung: Termine in Bayern

An diesen 3 Standorten sind die Praxisworkshops geplant:

  1. Unterneukirchen am 31.Januar 2017
  2. Landau/Inn am 1. Februar 2017 und
  3. Weiden in der Oberpfalz am 2. Februar 2017

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 10.00 Uhr und sind ca. um 16.00 Uhr beendet. Weitere Details der Veranstaltung sind den oben verlinkten Einladungsflyern zu entnehmen. Die Anmeldung erfolgt auf der jeweiligen Anmeldeseite der IG Biogasmotoren gleich auf der Startseite.

Inhaltliches Schmankerl der 3 bayrischen Veranstaltungen

Die vier Fachvorträge wurden für diese drei Veranstaltungen um einen weiteren Fachvortrag ergänzt, der sich mit der Unterstützung der Biologie in der Gärstrecke für den Flexbetrieb beschäftigt. In welcher Weise die Fütterung mit Blick auf den Fahrplan modifiziert werden sollte und wie saisonale Veränderungen berücksichtigt werden müssen, zeigt ein Unternehmen, das Betreiber von Biogasanlagen in der Prozessoptimierung mit Analytik und mit Prozesshilfsstoffen begleitet.

In den Kernthemen des Praxisworkshops Flexibilisierung geht es um folgende Fragen:

  • Wie sieht die Projektabwicklung in der Flexibilisierung aus und welche Anmeldungen und Termine sind zwingend zu beachten?
  • Wie muss die Peripherie des alten und neuen Biogas-BHKWs angepasst werden, sodass ein problemloser Flexbetrieb ermöglicht wird?
  • Welche Fahrplan-Varianten liefern attraktive Zusatzerträge?
  • Wie haben sich Motorenhersteller auf den Flexbetrieb ihrer Produkte eingestellt und was bedeutet dies für die eigenen Betriebskosten im Bereich der Instandhaltung?

Gute Betreiber-Bewertungen für diese Konzeption eines Flexseminares

Betreiber haben reichlich Gelegenheit, ihre Fragen mit Blick auf die Flexibiliiserung ihrer Biogasanlage zustellen und profitieren vom Erfahrungsaustausch mit ihren Kollegen. Teilnehmer des zurückliegenden Praxisworkshops Flexibilisierung in Brokenlande äußerten sich nach der Veranstaltung so:

Mathias Reumann (Bioenergie Westerkamp aus 25485 Hemdingen mit 400 kW el.) auf unserem Praxisworkshop Flexibilisierung am 30.11.2016 in Brokenlande:“Mir hat die Veranstaltung gut gefallen, sie brachte viele Anregungen und so habe ich doch wieder einen Ruck erhalten, mit meinem Partner das Thema wieder anzuschieben.“

Karsten Jung (Struve-Schwensen Biogas in 24881 Nübel mit 680 kW el.) stellte nach der Veranstaltung fest: „Mit diesem Seminar habe ich jetzt das notwendige tiefe Verständnis für die Flexibilisierung gewonnen und die Hemmschwelle, das Thema jetzt anzugehen, ist deutlich kleiner geworden.“

Es lohnt sich, sich als Betreiber einer Biogasanlage über die Frage der Flexibilisierung Klarheit zu verschaffen. Wer noch 10 Jahre oder mehr Restlaufzeit seines EEGs vor sich hat, hat zumindest eine nicht so schnell wiederkommende Chance in Form der Flexprämie, die eine sorgfältig geplante BHKW-Erweiterung zu einem großen Prozentsatz refinanziert.

Seminarübersicht 1. Quartal 2017 : Flex und Betriebssicherheit

Pflicht und Kür: Betriebssicherheit und Flexibilisierung

Im 1. Quartal des neuen Jahres haben wir für Sie Seminare mit den beiden Themen eingeplant, die Sie im zurückliegenden Quartal stark nachgefragt haben. Neben den öffentlich zugänglichen Seminaren für Flexibilisierung und Betriebssicherheit (Zertifikatsseminar zur Erlangung der Fachkunde gemäß TRGS 529) haben wir auch eine ganze Reihe von Inhouse-Seminaren zu diesen beiden Themen durchgeführt, die von Betreiber-Arbeitsgruppen gewünscht wurden. Für diese Seminare sind im 1. Quartal 2017 nur noch wenige Termine frei. Stellen Sie Ihre diesbezüglichen Wünsche daher möglichst frühzeitig, damit wir sie noch berücksichtigen können.

2017: das Jahr der Flexentscheidung für Betreiber?
In unseren zurückliegenden Flex-Seminaren haben wir festgestellt, dass sich die Fragen zur grundlegenden Entscheidung, ob der Betrieb der eigenen Biogasanlage flexibilisiert werden soll oder nicht, in den Vordergrund schieben und jetzt anstehen, um noch ausreichend Zeit für eine sorgfältige Umsetzung zu haben. Je später diese Entscheidung getroffen wird, desto stärker wirken die Einschränkungen auf diese wichtige unternehmerische Entscheidung.

Auch wenn die Flexibilisierungsentscheidung stets eine Einzelfallentscheidung ist, in unserem Praxisworkshop Flexibilisierung stellen wir Ihnen mit unseren Partnern anhand von konkreten Beispielen den zu Beginn anstehenden Entscheidungsprozess und die nachfolgende Umsetzung vor. Die Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren schaut dabei auf die erforderlichen technischen Voraussetzungen für das bestehende und das neu zu beschaffende Blockheizkraftwerk. Besonderes Augenmerk genießen Wartungspläne der Hersteller für Flexbetrieb, damit die Instandhaltungskosten auch für den Flexbetrieb in dem von Ihnen gewählten Fahrplan kalkulierbar bleiben.

Betriebssicherheit und Ertragskraft verbinden
In unserem Betriebssicherheits-Seminar gemäß TRGS 529 verbinden wir die gesetzgeberische Auflage nach der Qualifikation der Betreiber von Biogasanlagen mit den Hinweisen zum Betrieb der Anlage, die sich sowohl auf die Gärstrecke als auch auf das BHKW beziehen, um die Ausbeute (Biogas, Strom, Wärme) zu erhöhen und die Instandsetzungskosten und Ausfallzeiten zu senken. Maßnahmen zur Stärkung der Betriebssicherheit sind nicht nur mit mehr Aufwendungen verbunden, sondern können auch zur Verbesserung des Ergebnisses führen. Dies gilt auch für klassische Risikokosten wie Versicherungskosten.

Über unsere weiteren Weiterbildungsveranstaltungen mit Blick auf die BHKW-Technik und Betriebsführung, die wir auch über das Internet für Sie nutzbar anbieten, informieren wir Sie im Laufe des Monats Januar. Hier finden Sie unsere Seminarübersicht für das 1. Quartal 2017 zum Download.

Flexibilisierung zum Anfassen

Flexibilisierung zum Anfassen am 30.11.2016 in Brokenlande

Flexibilisierung zum Anfassen am 30.11.2016 in Brokenlande

Am 30. November 2016 haben Landwirte und Biogasanlagen-Betreiber aus Schleswig-Holstein in Brokenlande den Praxisworkshop Flexibilisierung besucht. Dieses Thema ist für die meisten Betreiber von Biogasanlagen noch nicht „durch“ und endgültig entschieden. Die zu Beginn der Veranstaltung bei den Teilnehmern abgerufene Erwartungshaltung zeigte  einen beträchtlichen Informationsbedarf zu diesem durchaus vielschichtigen Thema.

Die Referenten konnten mit ihren Vorträgen die Erwartungen der Betreiber von Biogasanlagen aus Schleswig-Holstein sehr gut abdecken. Mit Christopher Link von der SK Verbundenergie AG kam ein Flexibilisierungs-Profi in zwei Vorträgen zu Wort, der die Zuhörer zunächst durch die Klippen des Flexibilisierungsprojektes führte. In seinem zweiten Vortrag ging Christopher Link unter anderem ausführlich auf die wirtschaftlichen Zahlen eines konkreten, realisierten Flexprojektes ein und zeigte die Ertragspotenziale und die Randbedingungen dieses Projektes auf.

Die Biogasanlage produziert kontinuierlich – das BHKW nutzt den Gaspeicher

Zwei vorgestellte Flex-Fahrpläne gaben den Teilnehmern einen sehr konkrete Vorstellung, wie optimale Stromproduktion und eine lückenlose Wärmeversorung von Wärmekunden sich mit einem stressarmen Betrieb verbinden lassen. Dazu gehören die von Michael Wentzke von der IG Biogasmotoren vorgestellten Voraussetzungen der BHKW-Technik, die sich mit modernen Biogasmotoren problemlos erfüllen lassen. Im Bereich der Biogasaufbereitung und der Trafostation sind die notwendigen Anpassungen etwas aufwändiger, sorgen dann aber mit der übrigen Anlagen-Peripherie für zuverlässigen Betrieb. Eine sorgfältige Wartung und durchgehende Überwachung der Betriebsparameter des Biogas-BHKWs ersparen den Betreibern kostentreibende Überraschungen und ermöglichen erst die gewünschten Zusatzerträge aus der Flexibilisierung.

Jörg Richter von der Caterpillar Energy Solutions GmbH informierte die Betreiber über die in der jüngsten Zeit vorgenommenen Verbesserungen an der MWM Gasmotoren-Baureihe TCG 2016, die zu mehr Zuverlässigkeit im Felde führen sollen. Neben den modifizierten Biogasmotoren wurden auch die für Flexbetrieb modifizierten Serviceverträge präsentiert und angeregt diskutiert. Betreiber äußerten schon die klare Erwartung, das neben der besseren Zuverlässigkeit der Aggregate auch eine faire Risikoaufteilung im Flexbetrieb mit Blick auf die Instandsetzungskosten vorgenommen wird.

Flexibilisierung zum Anfassen – was ändert sich im Betrieb?

Die Steuerung des BHKWs erfolgt nach einfachen, transparenten Regeln und wird die größte (positive!) Veränderung für Betreiber mit sich bringen, die bislang nur Volllast-Betrieb kennen. Es wird etliche Stunden in der Woche geben, wo im BHKW-Container Stille herrscht – vor allen Dingen nachts. Mehrere Triebwerke teilen sich die Aufgabe, zu Zeiten hoher Strompreise an der Strombörse Vollgas zu geben und in Zeiten schwacher Stromnachfrage mit niedrigen Preisen nicht zu produzieren.

Die Biologie in den Fermentern kann dieser Dynamik nicht so ohne weiteres folgen, daher sollte sie auch weiter mit konstanter Fütterung kontinuierlich Biogas produzieren. Der ausreichend groß bemessene Gasspeicher erlaubt den BHKWs den vorberechneten, optimalen Fahrplan abzufahren. Damit Wärmekunden mit ihrem Bedarf nicht zu kurz kommen, wird entweder ein Wärmespeicher eingesetzt oder in der Fahrplanberechnung dem Wärmekunden Vorrang eingeräumt.

All dies kann ein Betreiber nicht mehr selbst von Hand optimieren, dahinter stehen mehrdimensionale mathematische Modelle, die täglich einen rollierenden Fahrplan für eine Woche ausgeben. Das macht die SK Verbundenergie schon für zahlreiche Betreiber sehr erfolgreich und entlastet diese deutlich in ihrem Alltag.

Eine Glaskugel für die Zukunft der Biogasbranche?

Die von den Teilnehmern durchaus sorgenvoll und skeptisch gestellte Frage, was wird nach dem Auslauf des EEGs kommen, ließ sich nicht abschließend beantworten – was zu erwarten war. Die grundsätzlichen Trends einer steigenden Volatilität der Strompreise nach dem Abschalten weiterer konventioneller Kraftwerke und der Atomkraftwerke kommen zwar der Biogasbranche mit bedarfsgerecht produzierenden BHKWs entgegen.

Aber wie sich die Anbieter im Ausschreibungsverfahren verhalten werden, ist noch unklar. Ein strammes Kostenmanagement und Zusatzerlöse über verkaufte Wärmemengen sind sicher Voraussetzungen für eine gute Profitabilität der flexibilisierten Anlage.

Anhand klarer Kriterien gründlich entscheiden

Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, mit den geplanten Praxisworkshops Flexibilisierung Betreibern, die noch nicht entschieden sind, ob sie flexibilisieren wollen oder nicht, eine saubere Entscheidungsgrundlage zu liefern – und zwar ergebnisoffen. Es sollte sich kein Betreiber in eine große Investition zur Flexibilisierung „hineinreden“ lassen. Eine Entscheidung über ein Flexprojekt hängt in großem Maße von den individuellen Voraussetzungen des Betriebes ab. Pauschale Aussagen sind wenig hilfreich. Mehrere Voraussetzungen sind zu erfüllen, um erfolgreich zu flexibilisieren.

Wir treten in der Reihe der geplanten Praxisworkshops für Sie als Betreiber an, damit Sie eine gute, tragfähige Entscheidung für oder gegen Flexibilisierung treffen können und alle wichtigen Aspekte bedacht und bewertet werden können. Dafür ist dieser Tag mit dem Motto „Flexibilisierung zum Anfassen“ sicher eine gute Investition. Die weiteren Termine finden Sie oben rechts auf der Startseite der Website der IG Biogasmotoren.

Biogas-BHKW instandhalten : wo ist der Königsweg?

Motordemontage nach Schaden

Motordemontage nach Schaden

Es wird immer wieder heftig unter Betreibern diskutiert, welcher Weg der beste ist, um das Biogas-BHKW für notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten bei Laune zu halten. In der Praxis kristallisieren sich drei Fraktionen heraus: die erste will es mit eigenem Personal schaffen. Die zweite setzt auf den herstellerunabhängigen Instandsetzungsbetrieb. Die dritte Fraktion vertraut dem vom (Motoren-) Hersteller autorisierten Fachbetrieb. Das Biogas-BHKW instandhalten – gibt es ein Patentrezept?

Häufig wird diese Diskussion unter Kostengesichtspunkten geführt, was den Erfordernissen eines störungsfreien Betriebes nicht immer gerecht wird. Letztendlich muss man sich als Betreiber die Frage stellen, ob die Qualität der Dienstleistung ausreichend ist.

Profitabler Betrieb nur mit Qualität in der Instandhaltung

Wenn man sich vor Augen hält, dass knapp 70% der Biogasanlagen Verluste oder eine schwarze Null einfahren, dann haben ungeplante BHKW-Stillstände daran einen beträchtlichen Anteil. Umsatzausfälle durch Stillstand und hohe Instandsetzungskosten lassen sich aber durch kompetente Instandhaltung vermeiden.

Die Biogasmotoren, die heute im Einsatz sind, sind durchweg anspruchsvoll, was Umfang und Qualität von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten betrifft. Motoren mit den heute geforderten guten Wirkungsgraden benötigen auch dafür passende Betriebsbedingungen. Damit sind unter anderem gut entfeuchtetes Biogas, richtig temperierte Ansaugluft und ausreichend gekühltes Gemisch gemeint. Laufen die Betriebsparameter aus dem zulässigen Fenster, gibt es Ärger: es drohen Schäden und ungeplante Stillstände.

Simple Motorentechnik verliert im Verbrauch und der Schadstoffemission

Auch scheinbar anspruchslosere ältere Motorentypen lassen sich nicht mit einem Minimalaufwand zuverlässig betreiben. Die noch im Markt befindlichen Biogasmotoren mit „Dinosaurier“-Technik werden sich in naher Zukunft aus dem Markt katapultieren, weil sie schlichtweg zuviel Biogas konsumieren und die vom Gesetzgeber geforderte Abgasqualität nicht im Betrieb einhalten können. Motoreinstellung vor und nach der Abgasmessung wird dann nicht mehr reichen.

Der Betreiber von Biogas-BHKWs kann mit der Biogasanlage nur dann Geld verdienen, wenn die technische Betriebsführung und der Instandhaltungsservice von zumindest ausreichender Qualität sind. Leider gibt es immer noch beträchtliche Qualitätsunterschiede bei eigenem Servicepersonal, bei freien Serviceunternehmen und auch bei Hersteller-autorisierten Betrieben. Versicherer und Banken fordern aus Gründen der Risikoreduktion in immer stärkerem Maße nachvollziehbare Maßnahmen von den Betreiben, qualifizierte Wartung und Instandsetzung sicherzustellen.

Servicepartner mit Qualität bringen den Ertrag, nicht der „Billigheimer“

Beispielhaft sei auf drei Aspekte hingewiesen, die zur ertragssichernden Instandhaltung gehören:

  1. Umsetzung der vom Motorenhersteller oder Anlagenbauer vorgeschriebenen Modellpflegemaßnahme, die der Sicherheit und Schadensprävention dient,
  2. Einsatz notwendiger Sonderwerkzeuge zur fachlich korrekten und zeitsparenden Durchführung von Instandsetzungsarbeiten und
  3. genaue Vorgabe von Einstell- und Messwerten sowie der richtigen Arbeitsschrittfolge am Aggregat anhand von detaillierten Instandsetzungsanweisungen.

Eine Checkliste mit Bewertungskriterien für Servicepartner halten wir zum kostenfreien Download bereit. Es geht um die Instandhaltungsleistung, die der Kunde zum profitablen Betrieb seiner Anlage benötigt.

Ganz gleich, welcher der drei Fraktionen sich ein Betreiber zuordnet: die Qualitätsunterschiede sind in der Praxis bei allen Fraktionen noch viel zu hoch. Die Wahl eines Instandhaltungspartners nur aus Kostengesichtspunkten zu wählen, ist nicht zu empfehlen. Qualitativ hochwertige Instandhaltung kostet erst einmal mehr Geld, dafür erspart es sehr viel Ärger und stellt die angestrebten Erträge der Biogasanlage und des BHKWs sicher. Es kann nicht wirtschaftlich zielführend sein, sich „kaputtzusparen“.

Arbeitsteilung ist in der BHKW-Instandhaltung notwendig

Es wird von vielen landwirtschaftlichen Betrieben in ihrem Kerngeschäft längst schon ein viel professionellerer Weg beschritten: es setzt doch heute keiner mehr seinen Traktor selbst instand, der in seiner Antriebs- und Bedientechnik über sehr viel Elektronik, Hydraulik und Pneumatik verfügt.

Auch in der Inanspruchnahme von Serviceleistungen geht es auch schon anders:  die hocheffiziente und komplexe Erntetechnik wird heute vielfach gemietet. Garantierte Verfügbarkeit und genau planbare Kosten stehen den unkalkulierbaren Risiken gegenüber, wenn ein Betreiber dies selbst vorhalten und instandhalten müsste. Eine wirtschaftliche und kompetenzgerechte Aufgabenteilung.

Die Biogasanlage und das Biogas-BHKW sind ähnlich komplexe technische Systeme, die professioneller Betreuung bedürfen. Das ist eine notwendige Voraussetzung, um diese Anlagen ertragreich betreiben zu können. Wir unterstützen BHKW-Betreiber in der Bewertung des Status Quo, um Lücken aufzudecken und zu schließen. Und wir arbeiten an den Dienstleistungsunternehmen und Herstellern, damit diese ihren Service für BHKW-Betreiber verbessern.