Für das diesjährige Fachsymposium Biogasmotoren am 3. September 2026 in Walsrode stellen wir den Teilnehmern Inhalte  in vier  Themenblöcken vor. Die Biogasbranche steht vor großen Herausforderungen und kämpft um den angemessenen Platz in der Bereitstellung von erneuerbarer Energie mit fairen regulatorischen Randbedingungen.

1. Fitness im Biogas-BHKW-Betrieb: die Anlagen-Peripherie muss laufen

Wir schauen dabei auf aktuelle technische Herausforderungen der Emissionsminderung der BHKWs und ihre praktische Lösung. Mit zwei Fachvorträgen zu  praktischen Erfahrungen des SCR-Kat-Betriebes und den Ursachen für eine schlechte Performance erhalten Betreiber  wichtige Hinweise zur Behebung dieser Mängel, die Ärger mit den Aufsichtsbehörden erspart und die Einhaltung der Abgasgrenzwerte wiederherstellt.

Die erhöhten Kalt-Warm-Wechsel im Flexbetrieb der BHKWs erfordern für Kühl- und Schmierölkreisläufe die richtige (Start-) Temperatur. Dies gilt nämlich auch für die Biogasaufbereitung: nach der Gaskühlung  benötigt die Aktivkohle ebenfalls ihre Wohlfühl-Temperatur für eine lange Standzeit. Der Einfluss der Außentemperatur  auf die Temperatur des Biogases ist dabei groß. Deshalb reicht eine konstante Nacherwärmung des Biogases nicht aus. Hier hilft eine geregelte Nacherwärmung mit dem gewünschten Effekt: im Sommer wird weniger Wärme benötigt, im Winter dagegen mehr.

2. BHKW-Betriebsdaten als Schlüssel für hohe Anlagenverfügbarkeit und niedrige Betriebskosten

Die Bedeutung der Betriebsdaten des Biogas-BHKWs werden mit Blick auf seine Ertragskraft stark unterschätzt. Diese geben wertvolle Hinweise für die Schadenprävention und die Anlagenoptimierung. Darüber hinaus  erhalten sich Betreiber im Schadenfall den Anspruch auf eine ungeschmälerte Versicherungsleistung. Über Umfang, Dokumentation und Bewertung dieser Daten gibt es unterschiedliche Auffassungen. Im zweiten Themenblock diskutieren hierüber Hersteller, Servicebetriebe und Versicherer unter der Moderation eines Fachjournalisten.

Eine Keynote nach der Mittagspause stellt innovative Wärmeentwicklungskonzepte vor, die auch dezentrale Biogas-Speicherkraftwerke und andere erneuerbare Wärmelieferanten integrieren können.

3. Biogaswärme als Betriebsmittel, Produkt und Ertragstreiber

Große Wärmepufferspeicher sind der “hidden champion” eines Biogas-Speicherkraftwerkes : sie amortisieren sich rasch, und können mehr als Wärmeauskopplung, nämlich Rückkühlung und Vorwärmung. Im dritten Themenblock stehen zwei weitere Vorträge an, die die wirtschaftliche Bedeutung der Wärme im Flexbetrieb anspricht. Und einen ertragreichen Weg der Biogaswärme zu entfernteren Wärmekunden aufzeigt.

4. Unterstützende Dienstleistungen und Produkte für Biogas-Speicherkraftwerke

Nicht nur Biogas-BHKWs entwickeln sich technisch weiter, auch die hierfür notwenigen Dienstleistungen im Service machen Fortschritte. So gibt es bereits Full-Serviceverträge für flexibel betriebene BHKWs, die auf die spezifischen Flex-Fahrpläne abstimmbar sind. Ein neu entwickelter Wärmepufferspeicher erreicht den deutschen Markt, mit dem sich deutlich höhere Temperaturen und Wärmemengen bereitstellen lassen. Das macht diesen Wärmepufferspeicher auch für eine saisonale Verschiebung der Wärmeauskopplung für ein halbes Jahr interessant.

Heute sind Biogasanlagenbetreiber oftmals Initiatoren von kommunalen Wärmeversorgungskonzepten. Mit weiteren Partnern in Ergänzung und Verstärkung ginge aber noch wesentlich mehr zum Nutzen aller beteiligten Partner.