Blick nach vorn auf dem Biogasanlagen-Betreiber-Seminar in Hamm

Biogasmotoren und Sicherheitstechnik-Seminar am 22.7.2015 in Hamm

Biogasmotoren- und Sicherheitstechnik-Seminar am 22.7.2015 in der Hochschule Hamm-Lippstadt in Hamm

Die Hochschule Hamm-Lippstadt hat vom 20. Juli bis zum 22. Juli 2015 die 1. Hammer Bioenergietage durchgeführt. Mit ihrem Programm hat sich diese Veranstaltung nicht nur an Wissenschaftler gerichtet, um neue Erkenntnisse aus Forschungsprojekten zu den Fragen des Gärprozesses in Biogasanlagen vorzutragen.

Dr. Burkhard Kirchhoff, Kooperationspartner der IG Biogasmotoren in Niedersachsen hat mit Prof. Dr. Dieter Bryniok von der Hochschule Hamm-Lippstadt einen ganzen Seminartag innerhalb des Kongresses platzieren können, um für Betreiber von Biogasanlagen ein als Weiterbildungsveranstaltung anerkanntes Tagesseminar für Biogasmotoren- und Sicherheitstechnik durchzuführen.

Forschung und Lehre in Diskussion mit Praktikern in Hamm

Diese Veranstaltung im Rahmen der 1. Hammer Bioenergietage hat dann auch zu einem regen Austausch zwischen Praktikern und Professoren sowie Studenten geführt, die für Studien- und Abschlussarbeiten im Rahmen des Bachelor- und Masterstudiums praktische Probleme der Biogaserzeugung in den Biogasanlagen aufgreifen und untersuchen. Hiervon profitieren beide Seiten. Es wurden sehr interessante Forschungsergebnisse vorgestellt, die sich im praktischen Biogasanlagenbetrieb gewinnbringend auswirken können. Es gab aber auch durchaus kritische Stellungnahmen von den teilnehmenden Betreibern zu Lösungsansätzen gerade im Bereich alternativer pflanzlicher Einsatzstoffe, die zumindest wirtschaftlich kritisch beurteilt wurden.

Im Biogasmotoren- und Sicherheitstechnik-Seminar standen die praktischen Probleme und Herausforderungen aufgrund der Biogasmotoren-Schäden und die verschärften regulatorischen Anforderungen an Biogasanlagen-Betreiber im Vordergrund.

BHKW-Zustand messen, bewerten und schrittweise verbessern

IG Biogasmotoren hat am Vortage die Ursachen der Schadenshäufung bei Biogasmotoren in einem Kurzvortrag dargestellt und Motorenherstellern und Anlagenbauern die noch bestehenden Lücken und Mängel ihrer Produkte und Dienstleistungen aufgezeigt. Typische Mängel und Schwachstellen wurden ebenso wie Verbesserungspotenziale an Biogas-BHKWs kurz vorgestellt und in den drei Seminarvorträgen am 22. Juli den Betreibern detaillierter dargestellt.

Flexibilisierung und die Teilnahme am Regelenergiebetrieb sind auf der einen Seite Chancen, die Ertragslage der Biogasanlagen zu verbessern, auf der anderen Seite gibt es auch verständliche Unsicherheiten der Betreiber, weiter in Anlagentechnik zu investieren, um diese für die erwarteten Teillastfahrten und Stillstände fit zu machen.

Regelenergiebereitstellung als Ausweg aus der Ertragsklemme

Neben den technischen Vorbehalten gibt es auch Befürchtungen, dass die vertraglichen Vereinbarungen mit den Poolpartnern Betreiber benachteiligen und es möglicherweise auch keine wirtschaftlich attraktiven Abrufe flexibler Leistungen gibt.

IG Biogasmotoren hat unter seinen Mitgliedern Unternehmen, die sich mit diesen Fragen intensiv beschäftigen. Eines verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es Betreibern ermöglicht, mit ihren Biogas-BHKWs an einem  Biogasmotoren-optimiertem Konzept teilzunehmen und die Vermarktung von Strom und Wärme ertragreich zu gestalten. Anfang September werden wir hierüber detailliert berichten und auch Veranstaltungen für Betreiber zu diesem Themenkomplex anbieten.

Betreiber müssen mit der heute installierten Anlagentechnik oft noch 4-6 Jahre fahren, bis sie abgeschrieben ausgetauscht werden kann. Die Mängel dieser Biogas-BHKWs lassen sich häufig schrittweise beheben, sodass die Verfügbarkeit verbessert und die Schadensanfälligkeit deutlich reduziert wird. Neben der Anlagenoptmierung ist ein profitabler Betrieb der Biogasanlage mit dem Biogas-BHKW ohne vorbeugende Instandsetzung und geplante Wartungsprozesse nicht möglich.

Der wirtschaftliche Nutzen regelmäßiger Wartung ist hinlänglich erwiesen, die Erträge sind deutlich besser im Vergleich zu schlecht gewarteten BHKWs, die Betriebsunterbrechungen nehmen dann deutlich ab. Betriebsunterbrechungs-Schäden werden kaum noch von Versicherungen gezahlt, da die Karenztage in den Versicherungsverträgen aufgrund der Schadenshäufigkeit drastisch erhöht wurden.

Weitere Anforderungen des Gesetzgebers für Betreiber von Biogasanlagen

Dr. Burkhard Kirchhoff, Geschäftsführer des Biogasingenieurbüros Kirchhoff, stellte in seinen beiden Vorträgen Maßnahmen zur Steigerung der Biogasanlagen-Effizienz vor und wies auf die seit Februar 2015 gültige Fassung der TRGS 529 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für Biogasanlagenbetreiber hin, die verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen bei der Biogasherstellung enthält.