Flexibilisierung zum Anfassen

Flexibilisierung zum Anfassen am 30.11.2016 in Brokenlande

Flexibilisierung zum Anfassen am 30.11.2016 in Brokenlande

Am 30. November 2016 haben Landwirte und Biogasanlagen-Betreiber aus Schleswig-Holstein in Brokenlande den Praxisworkshop Flexibilisierung besucht. Dieses Thema ist für die meisten Betreiber von Biogasanlagen noch nicht „durch“ und endgültig entschieden. Die zu Beginn der Veranstaltung bei den Teilnehmern abgerufene Erwartungshaltung zeigte  einen beträchtlichen Informationsbedarf zu diesem durchaus vielschichtigen Thema.

Die Referenten konnten mit ihren Vorträgen die Erwartungen der Betreiber von Biogasanlagen aus Schleswig-Holstein sehr gut abdecken. Mit Christopher Link von der SK Verbundenergie AG kam ein Flexibilisierungs-Profi in zwei Vorträgen zu Wort, der die Zuhörer zunächst durch die Klippen des Flexibilisierungsprojektes führte. In seinem zweiten Vortrag ging Christopher Link unter anderem ausführlich auf die wirtschaftlichen Zahlen eines konkreten, realisierten Flexprojektes ein und zeigte die Ertragspotenziale und die Randbedingungen dieses Projektes auf.

Die Biogasanlage produziert kontinuierlich – das BHKW nutzt den Gaspeicher

Zwei vorgestellte Flex-Fahrpläne gaben den Teilnehmern einen sehr konkrete Vorstellung, wie optimale Stromproduktion und eine lückenlose Wärmeversorung von Wärmekunden sich mit einem stressarmen Betrieb verbinden lassen. Dazu gehören die von Michael Wentzke von der IG Biogasmotoren vorgestellten Voraussetzungen der BHKW-Technik, die sich mit modernen Biogasmotoren problemlos erfüllen lassen. Im Bereich der Biogasaufbereitung und der Trafostation sind die notwendigen Anpassungen etwas aufwändiger, sorgen dann aber mit der übrigen Anlagen-Peripherie für zuverlässigen Betrieb. Eine sorgfältige Wartung und durchgehende Überwachung der Betriebsparameter des Biogas-BHKWs ersparen den Betreibern kostentreibende Überraschungen und ermöglichen erst die gewünschten Zusatzerträge aus der Flexibilisierung.

Jörg Richter von der Caterpillar Energy Solutions GmbH informierte die Betreiber über die in der jüngsten Zeit vorgenommenen Verbesserungen an der MWM Gasmotoren-Baureihe TCG 2016, die zu mehr Zuverlässigkeit im Felde führen sollen. Neben den modifizierten Biogasmotoren wurden auch die für Flexbetrieb modifizierten Serviceverträge präsentiert und angeregt diskutiert. Betreiber äußerten schon die klare Erwartung, das neben der besseren Zuverlässigkeit der Aggregate auch eine faire Risikoaufteilung im Flexbetrieb mit Blick auf die Instandsetzungskosten vorgenommen wird.

Flexibilisierung zum Anfassen – was ändert sich im Betrieb?

Die Steuerung des BHKWs erfolgt nach einfachen, transparenten Regeln und wird die größte (positive!) Veränderung für Betreiber mit sich bringen, die bislang nur Volllast-Betrieb kennen. Es wird etliche Stunden in der Woche geben, wo im BHKW-Container Stille herrscht – vor allen Dingen nachts. Mehrere Triebwerke teilen sich die Aufgabe, zu Zeiten hoher Strompreise an der Strombörse Vollgas zu geben und in Zeiten schwacher Stromnachfrage mit niedrigen Preisen nicht zu produzieren.

Die Biologie in den Fermentern kann dieser Dynamik nicht so ohne weiteres folgen, daher sollte sie auch weiter mit konstanter Fütterung kontinuierlich Biogas produzieren. Der ausreichend groß bemessene Gasspeicher erlaubt den BHKWs den vorberechneten, optimalen Fahrplan abzufahren. Damit Wärmekunden mit ihrem Bedarf nicht zu kurz kommen, wird entweder ein Wärmespeicher eingesetzt oder in der Fahrplanberechnung dem Wärmekunden Vorrang eingeräumt.

All dies kann ein Betreiber nicht mehr selbst von Hand optimieren, dahinter stehen mehrdimensionale mathematische Modelle, die täglich einen rollierenden Fahrplan für eine Woche ausgeben. Das macht die SK Verbundenergie schon für zahlreiche Betreiber sehr erfolgreich und entlastet diese deutlich in ihrem Alltag.

Eine Glaskugel für die Zukunft der Biogasbranche?

Die von den Teilnehmern durchaus sorgenvoll und skeptisch gestellte Frage, was wird nach dem Auslauf des EEGs kommen, ließ sich nicht abschließend beantworten – was zu erwarten war. Die grundsätzlichen Trends einer steigenden Volatilität der Strompreise nach dem Abschalten weiterer konventioneller Kraftwerke und der Atomkraftwerke kommen zwar der Biogasbranche mit bedarfsgerecht produzierenden BHKWs entgegen.

Aber wie sich die Anbieter im Ausschreibungsverfahren verhalten werden, ist noch unklar. Ein strammes Kostenmanagement und Zusatzerlöse über verkaufte Wärmemengen sind sicher Voraussetzungen für eine gute Profitabilität der flexibilisierten Anlage.

Anhand klarer Kriterien gründlich entscheiden

Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, mit den geplanten Praxisworkshops Flexibilisierung Betreibern, die noch nicht entschieden sind, ob sie flexibilisieren wollen oder nicht, eine saubere Entscheidungsgrundlage zu liefern – und zwar ergebnisoffen. Es sollte sich kein Betreiber in eine große Investition zur Flexibilisierung „hineinreden“ lassen. Eine Entscheidung über ein Flexprojekt hängt in großem Maße von den individuellen Voraussetzungen des Betriebes ab. Pauschale Aussagen sind wenig hilfreich. Mehrere Voraussetzungen sind zu erfüllen, um erfolgreich zu flexibilisieren.

Wir treten in der Reihe der geplanten Praxisworkshops für Sie als Betreiber an, damit Sie eine gute, tragfähige Entscheidung für oder gegen Flexibilisierung treffen können und alle wichtigen Aspekte bedacht und bewertet werden können. Dafür ist dieser Tag mit dem Motto „Flexibilisierung zum Anfassen“ sicher eine gute Investition. Die weiteren Termine finden Sie oben rechts auf der Startseite der Website der IG Biogasmotoren.

Biogas-BHKW instandhalten : wo ist der Königsweg?

Motordemontage nach Schaden

Motordemontage nach Schaden

Es wird immer wieder heftig unter Betreibern diskutiert, welcher Weg der beste ist, um das Biogas-BHKW für notwendige Wartungs- und Reparaturarbeiten bei Laune zu halten. In der Praxis kristallisieren sich drei Fraktionen heraus: die erste will es mit eigenem Personal schaffen. Die zweite setzt auf den herstellerunabhängigen Instandsetzungsbetrieb. Die dritte Fraktion vertraut dem vom (Motoren-) Hersteller autorisierten Fachbetrieb. Das Biogas-BHKW instandhalten – gibt es ein Patentrezept?

Häufig wird diese Diskussion unter Kostengesichtspunkten geführt, was den Erfordernissen eines störungsfreien Betriebes nicht immer gerecht wird. Letztendlich muss man sich als Betreiber die Frage stellen, ob die Qualität der Dienstleistung ausreichend ist.

Profitabler Betrieb nur mit Qualität in der Instandhaltung

Wenn man sich vor Augen hält, dass knapp 70% der Biogasanlagen Verluste oder eine schwarze Null einfahren, dann haben ungeplante BHKW-Stillstände daran einen beträchtlichen Anteil. Umsatzausfälle durch Stillstand und hohe Instandsetzungskosten lassen sich aber durch kompetente Instandhaltung vermeiden.

Die Biogasmotoren, die heute im Einsatz sind, sind durchweg anspruchsvoll, was Umfang und Qualität von Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten betrifft. Motoren mit den heute geforderten guten Wirkungsgraden benötigen auch dafür passende Betriebsbedingungen. Damit sind unter anderem gut entfeuchtetes Biogas, richtig temperierte Ansaugluft und ausreichend gekühltes Gemisch gemeint. Laufen die Betriebsparameter aus dem zulässigen Fenster, gibt es Ärger: es drohen Schäden und ungeplante Stillstände.

Simple Motorentechnik verliert im Verbrauch und der Schadstoffemission

Auch scheinbar anspruchslosere ältere Motorentypen lassen sich nicht mit einem Minimalaufwand zuverlässig betreiben. Die noch im Markt befindlichen Biogasmotoren mit „Dinosaurier“-Technik werden sich in naher Zukunft aus dem Markt katapultieren, weil sie schlichtweg zuviel Biogas konsumieren und die vom Gesetzgeber geforderte Abgasqualität nicht im Betrieb einhalten können. Motoreinstellung vor und nach der Abgasmessung wird dann nicht mehr reichen.

Der Betreiber von Biogas-BHKWs kann mit der Biogasanlage nur dann Geld verdienen, wenn die technische Betriebsführung und der Instandhaltungsservice von zumindest ausreichender Qualität sind. Leider gibt es immer noch beträchtliche Qualitätsunterschiede bei eigenem Servicepersonal, bei freien Serviceunternehmen und auch bei Hersteller-autorisierten Betrieben. Versicherer und Banken fordern aus Gründen der Risikoreduktion in immer stärkerem Maße nachvollziehbare Maßnahmen von den Betreiben, qualifizierte Wartung und Instandsetzung sicherzustellen.

Servicepartner mit Qualität bringen den Ertrag, nicht der „Billigheimer“

Beispielhaft sei auf drei Aspekte hingewiesen, die zur ertragssichernden Instandhaltung gehören:

  1. Umsetzung der vom Motorenhersteller oder Anlagenbauer vorgeschriebenen Modellpflegemaßnahme, die der Sicherheit und Schadensprävention dient,
  2. Einsatz notwendiger Sonderwerkzeuge zur fachlich korrekten und zeitsparenden Durchführung von Instandsetzungsarbeiten und
  3. genaue Vorgabe von Einstell- und Messwerten sowie der richtigen Arbeitsschrittfolge am Aggregat anhand von detaillierten Instandsetzungsanweisungen.

Eine Checkliste mit Bewertungskriterien für Servicepartner halten wir zum kostenfreien Download bereit. Es geht um die Instandhaltungsleistung, die der Kunde zum profitablen Betrieb seiner Anlage benötigt.

Ganz gleich, welcher der drei Fraktionen sich ein Betreiber zuordnet: die Qualitätsunterschiede sind in der Praxis bei allen Fraktionen noch viel zu hoch. Die Wahl eines Instandhaltungspartners nur aus Kostengesichtspunkten zu wählen, ist nicht zu empfehlen. Qualitativ hochwertige Instandhaltung kostet erst einmal mehr Geld, dafür erspart es sehr viel Ärger und stellt die angestrebten Erträge der Biogasanlage und des BHKWs sicher. Es kann nicht wirtschaftlich zielführend sein, sich „kaputtzusparen“.

Arbeitsteilung ist in der BHKW-Instandhaltung notwendig

Es wird von vielen landwirtschaftlichen Betrieben in ihrem Kerngeschäft längst schon ein viel professionellerer Weg beschritten: es setzt doch heute keiner mehr seinen Traktor selbst instand, der in seiner Antriebs- und Bedientechnik über sehr viel Elektronik, Hydraulik und Pneumatik verfügt.

Auch in der Inanspruchnahme von Serviceleistungen geht es auch schon anders:  die hocheffiziente und komplexe Erntetechnik wird heute vielfach gemietet. Garantierte Verfügbarkeit und genau planbare Kosten stehen den unkalkulierbaren Risiken gegenüber, wenn ein Betreiber dies selbst vorhalten und instandhalten müsste. Eine wirtschaftliche und kompetenzgerechte Aufgabenteilung.

Die Biogasanlage und das Biogas-BHKW sind ähnlich komplexe technische Systeme, die professioneller Betreuung bedürfen. Das ist eine notwendige Voraussetzung, um diese Anlagen ertragreich betreiben zu können. Wir unterstützen BHKW-Betreiber in der Bewertung des Status Quo, um Lücken aufzudecken und zu schließen. Und wir arbeiten an den Dienstleistungsunternehmen und Herstellern, damit diese ihren Service für BHKW-Betreiber verbessern.

Seminar Betriebssicherheit nach TRGS 529 am 3. und 4.11.2016

Sicherer Betrieb der Biogasanlage gemäß TRGS 529

Sicherer Betrieb der Biogasanlage gemäß TRGS 529

Die seit März 2015 geltenden gesetzlichen Auflagen für Betreiber von Biogasanlagen sehen Betreiberschulungen zur Betriebssicherheit nach TRGS 529 vor. Betreiber und ihre Mitarbeiter erhalten in diesem Zertifikatsseminar mit Prüfung die geforderte Fachkunde und können diese gegenüber Behörden auch mit dem ausgestellten Zertifikat nachweisen.

Veranstalter dieses Betreiberseminares sind die Biogasingenieurbüro-Kirchhoff GmbH , die Interessengemeinschaft Biogasmotoren e.V. und die BST Biogas Service Tarmstedt GmbH. Referenten sind Dr. Burkhard Kirchhoff und Dipl.-Ing. Michael Wentzke, die mit ihrer Erfahrung in der Betreuung von Biogasanlagen und Biogas-Blockheizkraftwerken auch viele praktische Tipps zum sicheren Betrieb vermitteln.

Das zweitägige Seminar wird im Hotel Heidejäger in Rotenburg (Wümme), Ortsteil Mulmshorn durchgeführt.

Den beiden Referenten ist es wichtig, nicht nur die Anforderungen des Gesetzgebers an einen sicheren Betrieb der Biogasanlage zu vermitteln, sondern auch Umsetzungshilfen für den Alltag zu geben. Viele Betrieb sehen sich derzeit mit Prüfungen von Behörden zu den verschiedenen Themen der Betriebssicherheit konfrontiert. Auf dem Zertifikatsseminar gibt es Hinweise, wie sich Betreiber auf anstehende Prüfungen vorbereiten können.

Darüberhinaus wird auch auf die Anlagendokumentation der Hersteller hingewiesen, die oft wertvolle Informationen zu prüfungs- und überwachungsbedürftigen Anlagenteilen enthalten. Servicepartner können auf der Basis der Anlagendaten dann die notwendigen Prüfungen von sicherheitsrelevanten Komponenten und Überwachungseinrichtungen durchführen, die der Betreiber nachweisen muss.

Weitere Details zur Veranstaltung finden sich im Seminarflyer und zur Anmeldung geht es hier.

Schadensprävention im Biogas-BHKW

Seminar Schadensprävention im Biogas-BHKW

Seminar Schadensprävention im Biogas-BHKW

Die Schadensquoten bei Biogasanlagen verharren nach wie vor auf zu hohem Niveau. Daher hat das Thema Schadensprävention im Biogas-BHKW aus Sicht der Versicherer große Bedeutung. Rund 70% aller Schäden an Biogasanlagen sind dem Biogas-BHKW zuzuordnen. Biogasanlagen-Betreiber sind durch Biogasmotoren-Schäden in dem wirtschaftlichen Ergebnis der Biogasanlage erheblich belastet.

In Hamburg fand Anfang September das Fachsymposium Biogasmotoren statt. Dort wurde der Einfluss einer intakten Peripherie des Biogas-BHKWs auf die Profitabilität dargestellt. Wie im Bericht darüber dargestellt, gehört dazu auch die richtige Instandhaltungsstrategie.

Neues Seminar : Schadensprävention im Biogas-BHKW

Die IG Biogasmotoren trägt der Bedeutung des Themas Schadensprävention mit einem neuen Ganztages-Seminar für Biogasanlagen-Betreiber Rechnung und wird die ersten Seminare noch in diesem Herbst anbieten.

Es werden die besonders kritischen Themen des Biogas-BHKW-Betriebes vorgestellt, die für teure und lange Ausfallzeiten sorgen und damit die Erträge stark reduzieren. Hierzu gehört unter anderem auch die Aufbereitung des Biogases, um Schwefelwasserstoff, Wasser und Schmutzpartikel vom Biogasmotor fernzuhalten.

Welche Problembereiche an der Zuverlässigkeit von Biogasmotoren nagen

Die thermische Gesundheit des Biogasmotors hat großen Einfluss auf Verschleiß und Standzeit wichtiger Motorenkomponenten wie Zylinderköpfe und Zündkerzen. Auch die richtige Anbindung von Heizkreisläufen unterstützt die Motorengesundheit. Außerdem wird eine wirtschaftliche Auskopplung von Wärme ermöglicht.

Wird  das Schmieröl regelmäßig überwacht, hilft dies, die mechanische Gesundheit des Biogasmotors und einen guten Wirkungsgrad zu erhalten. Wichtige Motordaten regelmäßig zu messen und auszuwerten ist eine Grundlage für kluge, vorbeugende Instandhaltung. Damit werden ungeplante Stillstände des BHKWs vermieden und Kosten gespart.

Je nach vertraglicher Ausgangslage, technischem Zustand des BHKWs und Betriebslaufzeit sind unterschiedliche Maßnahmen zur Instandhaltung notwendig. Ziel ist es, hohe Verfügbarkeit mit guter Profitabilität zu verbinden. Betreiber erhalten im neuen Seminar „Schadensprävention im Biogas-BHKW“

  • wertvolle Hinweise zur technischen Betriebsführung,
  • wie Verträge mit Servicepartnern gestaltet werden und
  • was die Motorenzuverlässigkeit deutlich verbessert.

Interessierte Betreiber können sich hier über die nächsten Veranstaltungstermine und -Orte unseres neuen Seminares „Schadensprävention im Biogas-BHKW“ informieren lassen.

Fachsymposium Biogasmotoren für das Biogas-BHKW

Peter Krabbe und Dirk Goeman auf dem Fachsymposium Biogasmotoren

Peter Krabbe und Dirk Goeman auf dem Fachsymposium Biogasmotoren Randbedingungen für ein profitables Biogas-BHKW

Am 5. September 2016 fand im Steigenberger Hotel Treudelberg in Hamburg das Fachsymposium Biogasmotoren statt. Unter der Moderation von Peter Krabbe, Vorstand der IG Biogasmotoren e.V. wurden 6 Fachvorträge gehalten. Alle Beiträge folgten dem Ziel, den Betrieb eines Biogas-BHKW mit weniger ungeplanten Stillständen und niedrigeren Instandhaltungskosten zu ermöglichen.

Mehr als 40 Teilnehmer kamen aus den Bereichen Biogasanlagen-Betreiber, Anlagenbauer undMotorenhersteller. Auch Instandsetzungsdienstleister, Versicherer, Schmierstoffhersteller und Berater für die Biogas-Branche waren vertreten. Die Teilnehmer diskutierten  die Lösungsvorschläge für einen profitablen Betrieb von Biogas-BHKWs. Die Aufmerksamkeit galt in allen Vorträgen der Vermeidung  von Schäden an wichtigen Komponenten des Biogas-BHKW. Umsatzausfälle in Verbindung mit notwendigen Instandsetzungsaufwändungen belasten die Gewinn- und Verlustrechnung des Betriebszweiges Biogas doppelt. Daher steht ein  profitabler Betrieb der Biogasanlage mit dem Biogas-BHKW ganz oben auf der Wunschliste der Betreiber.

Das nachfolgende kurze Video zeigt in viereinhalb Minuten die Begrüßung der Teilnehmer durch Peter Krabbe, der neben der Einstimmung auf das Fachsymposium auch aus seinem eigenen persönlichen Erleben als leidgeprüfter Betreiber zweier Biogas-BHKWs erzählt, wie es vor drei Jahren zur Gründung der Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren kam:

1. Randbedingungen für einen profitablen Biogas-BHKW-Betrieb

Michael Wentzke

Michael Wentzke Geschäftsführer IG Biogasmotoren e.V.

Michael Wentzke, Geschäftsführer der IG Biogasmotoren stellte in seinem Vortrag die Voraussetzungen  für einen profitablen Biogas-BHKW-Betrieb vor und wies auf die Ertragspotenziale für Betreiber hin, die in der zustandsorientierten Instandsetzung liegen.

Neben den Anlagen-Problemen der Biogas-BHKWs bei Neuauslieferung müssen Betreiber auch für ihre Bestandsanlagen im laufenden Betrieb mit ihren Servicepartnern frühzeitig "die Hand am Puls" des Biogasmotors haben. So werden Betriebsdaten regelmäßig gemessen und ausgewertet, um ungeplante Stillstände mit rechtzeitigen Reparaturen vermeiden zu können.

Mit Blick auch auf die Flexibilisierung von Biogas-BHKWs wurden auch die wirtschaftliche Chancen von Full-Service-Verträgen dargestellt. Bei richtiger Gestaltung ermöglichen diese eine Risikoentlastung für den Betreiber  und eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Versicherern und Finanzierern.

2. Gasverdichterstationen: Probleme und praktische Lösung

Lars Freyer

Lars Freyer Geschäftsführer ATEX Compressors GmbH

Lars Freyer informierte die Teilnehmer über auftretenden Verschleiß und Fehlerursachen an Gasgebläsen und zeigte, welche Wartungsarbeiten in welchen Abständen an Gasverdichtern und Radialventilatoren durchzuführen sind. Sein Vortrag enthielt im ersten Teil die Themen  Installation, Betrieb und Störungsursachen und im zweiten Teil viele praktische Hinweise zur Wartung und zum Service an Gasgebläsen.

Gemessen an den Ausfallkosten durch ein defektes Gasgebläse sind die Kosten z.B. für einen Reservegebläse gering. Bei den heute anfallenden Lieferzeiten sind je nach Fabrikat und Größe der Gebläse Lieferzeiten von mehr als 4 Wochen keine Seltenheit.

3. Schmieröl-Nebel im Biogas-Luft-Gemisch

Ölnebelabscheider von UT99 AG für Agenitor 406

Ölnebelabscheider von UT99 AG für Agenitor 406

Christian Stieler von der UT99 AG zeigte den Teilnehmern die Auswirkungen von Ölnebeldämpfen, die über die Kurbelgehäuse-Entlüftung und andere Wege in den Brennraum gelangen und dort für Störungen im Verbrennungsablauf mit hohem Schadenspotenzial sorgen, der sich auch auf den Abgasturbolader und den nachfolgenden Abgastrakt (Katalysator, Abgaswärmetauscher) erstreckt.

Der Blow-By aufgrund z.B. schlechter Abdichtung von Kolben und Kolbenringen zur Laufbuchse hin sorgt nicht nur für geringere Wirkungsgrade, er treibt auch Ölnebel aus dem Kurbelgehäuse in den Ansaugtrakt.Im Brennraum entsteht das gefürchtete Klopfen der Biogasmotoren. Mit Tips zur richtigen Installation und Wartung des Ölnebelabscheiders erfuhren die Teilnehmer, wie sie ihren Biogasmotor schützen und seinen Verschleiß senken können.

4. Neufassung TA-Luft und ihre Auswirkung auf Abgas-   Nachbehandlungssysteme im Biogas-BHKW

Dirk Goeman

Dirk Goeman Geschäftsführer Emission Partner GmbH & Co KG

Dirk Goeman, Geschäftsführer der Emission Partner GmbH & Co KG, informierte die Teilnehmer über die zu erwartende Verschärfung der Abgas-Grenzwerte nicht nur für Formaldehyd, sondern auch für NOx und Kohlenwasserstoffe.

Die Rohemissionen eines Biogasmotors sind je nach Typ und gewähltem Verbrennungsverfahren sehr unterschiedlich. Die Motoren mit hohen mechanischen Wirkungsgraden und hohem Luftüberschuss laufen oft Gefahr, dass Biogas nicht vollständig verbrannt wird und infolgedessen der Katalysator viel Arbeit mit der Nachoxidierung von Formaldehyd hat. Zukünftig werden sich nach Einschätzung von Herrn Goemann alternative Katalysatorkonzepte durchsetzen, die den Betreiber auch vor dem gefürchteten Durchbrennen der teuren Katalysatoren im Betrieb schützen.

Welche Katalysatortechnik auf Sicht zu präferieren ist, zeigte Herr Goeman in seinem Vortrag. Ebenso wurde vorgestellt, mit welchen Maßnahmen Abgas-Emissionsmessungen vorzubereiten sind. Außerdem  wurde den Teilnehmern verdeutlicht, wie schädlich sich Schwefellasten im Abgas auf die Bauteile dort auswirken.

5. Schwingungsmessungen im Biogas-BHKW

Thomas Braase

Thomas Braase, Inhaber Braase Technische Prüfungen Ingenieurbüro

Thomas Braase, Inhaber Braase Technische Prüfungen Ingenieurbüro, führte die Teilnehmer in die Grundlagen der  Schwingungsbelastungen für Maschinen ein. Der Experte zeigte die Komplexität der Belastungen im Biogasmotoren-Betrieb für die Verbindung zum Generator aber auch für die Kurbelwelle und die Motorlagerung auf.

Die überragende Bedeutung eines richtig dimensionierten Fundamentes zur Vermeidung von Schwingungsschäden unterstrich Herr Braase in seinem Vortrag. Aus Kostengründen werde an der eingesetzten Fundamentmasse häufig gespart. Daher blieben auch die Dämpfungslager oft wirkungslos, weil sie Kräfte nicht ausreichend in das Fundament ableiten können.

Die schwingungstechnischen Mängel eines Biogas-BHKWs gefährden den Biogasmotor selbst und seine angeschlossenen Komponenten. Auch der Austausch von Kupplungen oder gerissenen Gemischkühlerhalterungen behebt nur das Symptom, aber nicht deren Ursache. Erst eine genaue Schwingungsmessung deckt diese auf. Mit gezielten Bauteilverstärkungen kann Abhilfe geschaffen werden, damit ein störungsfreier Lauf wiederhergestellt wird.

6. Welche Maßnahmen zu optimaler BHKW-Auslastung führen

Martin Laß

Martin Laß Geschäftsführer Agrarservice Lass GmbH

Martin Laß, Geschäftsführer der Agrarservice Lass GmbH, schloss den Reigen  der Vorträge ab. Er beschreibt, wie Betreiber und Servicepartner mit einem tiefen Blick in das Biogas-BHKW Ausfälle und Schäden vermeiden können.

Den Zustand der BHKW-Komponenten zu messen, ist  für die Planung und Disposition der Instandsetzungsmaßnahmen wichtig. Damit wird das häufig starre System von festen Wartungsintervallen  zugunsten zustandsorientierter Maßnahmen abgelöst. Der Anlage in ihrem jeweiligen Verschleißzustand wird so besser Rechnung getragen. Unnötige und damit teure Arbeiten werden vermieden. Zusätzlich werden Schäden in ihrem Entstehen entdeckt und können so kostengünstiger behoben werden.

Wir werden alle sechs Fachvorträge medial aufbereiten und den interessierten Lesern in Form von Fachwebinaren zur Verfügung stellen. So können Sie unabhängig von Zeit und Ort die Expertise der Referenten für Ihr Biogas-BHKW einsetzen.

Fachsymposium Biogasmotoren am 5.9.2016 in Hamburg

FachsymposiumDas Fachsymposium Biogasmotoren stellt mit seinen Referenten Themen vor, denen im Alltag oft wenig Aufmerksamkeit zukommt, obwohl diese für einen auflagenkonformen und profitablen Betrieb des Biogas-BHKWs wichtig sind.

Hohe Instandsetzungskosten von Biogas-BHKWs haben ihre Ursachen oft in Mängeln der Anlagenplanung und Errichtung sowie in lückenhafter technischer Betriebsführung. Michael Wentzke von der IG Biogasmotoren wird in seinem Vortrag auf seine Erfahrungen mit den untersuchten Anlagen eingehen und den Betreibern Hinweise auf zweckmäßige Sanierungsmaßnahmen und praktische Tips zur Einbindung der Anlagenperipherie in den Wartungsplan geben.

Gasverdichterstation – wenn vergessen, droht der BHKW-Stillstand

Lars Freyer von der ATEX Compressors GmbH wird den Teilnehmern typische Fehler und ihre Abhilfemaßnahmen der Gasverdichterstation vorstellen. Betriebssicherheit über die Nutzungsdauer kann nur mit regelmäßiger Wartung gewährleistet werden.

Der Verbrennungsablauf eines Biogasmotors wird beträchtlich gestört, wenn zusätzlich zum Biogas-Luftgemisch Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung angesaugt und verbrannt werden. Diese Ölnebel führen zur klopfenden Verbrennung des Biogasmotors und haben ein beträchtliches Schadenspotenzial im Betrieb. Wie Betreiber diese Ölnebel in den Griff kriegen, wird Christian Stieler von der UT99 AG in seinem Vortrag vorstellen.

Mit dem richtigen Katalysator die neue TA-Luft erfüllen

Der Auflagendruck wächst für Biogasanlagen-Betreiber. So werden die Emissionswerte für Formaldehyd im Abgas der Biogasmotoren verschärft. Welche Empfehlungen für die eingesetzte Katalysatortechnik gegeben werden können, wird Dirk Goeman von der Emission Partner GmbH & Co KG präsentieren.

Schwingungsschäden in Biogas-BHKWs sind nach Aussage von Thomas Braase aus seinem Ingenieurbüro für  nur mit geeigneter Messtechnik und Auswertesoftware präzise zu analysieren. Erst mit diesen Ergebnissen können wirksame Abhilfemaßnahmen festgelegt werden. Oft sind bei Planung und Errichtung des Gensets aus Biogasmotor und Generator in Verbindung mit dem Fundament schon Fehler gemacht worden, die zu teueren Schäden führen.

Mit gutem Service zu optimaler BHKW-Auslastung

Martin Laß bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer angeschlossenen Biogasanlage und hatte sich vor vier Jahren entschlossen, den Service von BHKWs mit Herstellerauthorisierung durch ein eigenes Serviceunternehmen (Agrarservice Lass GmbH) für mittlerweile mehr als 60 Betreiber in Norddeutschland anzubieten. Was diesen Betrieb von anderen Serviceunternehmen unterscheidet und warum sich seine Kunden über sehr hohe Auslastungen der BHKWs freuen können, erfahren die Teilnehmer auf dem Fachsymposium Biogasmotoren in seinem Vortrag.

Die Zahl der Teilnehmerplätze ist begrenzt, um eine Diskussion der Teilnehmer mit den Fachreferenten zu ermöglichen. Anmeldungen werden unter http://bit.ly/2asAhNk bis zum 26.8.2016 erbeten.