Notkühler bringen jetzt volle Leistung

Wartungsmaßnahmen am Notkühler für wirksame Gemisch- und Motorkühlung

Sommerliche Belastung für Notkühler (Quelle: Unsplash)

Auch wenn wir noch kein Wüstenklima haben, die Temperaturen waren und sind derzeit durchaus hochsommerlich. Für die Notkühler von Biogas-BHKWs sind jetzt Hochleistungen gefordert.

Dies betrifft sowohl den Gemischkühl-Kreislauf als auch den Motorkühlkreislauf. Wenn Wärmekunden im Sommer keinen Bedarf haben, muss eben die Motorabwärme über die Notkühler abgeführt werden.

Bauteilbelastung steigt mit den Betriebstemperaturen an

Wenn die Kühlleistung der Notkühler unzureichend ist, steigen die Kühlwassertemperaturen an. Die ohnehin der Verbrennung ausgesetzten Bauteile wie Zündkerzen und Zylinderköpfe werden noch heißer und quittieren dies mit geringeren Standzeiten. Diese Bauteile gehen buchstäblich vor der Hitze in die Knie.

Verschärft wird die Lage für den Biogasmotor, wenn auch das Biogas-Luft-Gemisch eine zu hohe Temperatur vor Eintritt in den Brennraum hat. Dann besteht die Gefahr des Motorklopfens durch zu hohe Temperaturen und Drücke im Brennraum. Dies gefährdet die Lager und führt im Extremfall zu starken Schäden an Kolben, Laufbüchsen und Zylinderköpfen bis zum Kolbenfresser. Nicht jeder Biogasmotor verfügt über eine Klopferkennung mit einer schützenden Leistungsreduktion des Motors, die gravierende Motorschäden vermeidet.

Funktionsfähige Notkühler schützen vor drohenden Hitzekollaps

Dies sollten Betreiber beachten, um ihren Biogasmotor vor Hitzeschäden zu schützen:

  1. Kontrollieren Sie die Temperaturen vom Motor- und Gemischkühlkreislauf. Die Gemischtemperatur nach Gemischkühler sollte kleiner als 50° C sein. Maximalwerte sind am frühen Nachmittag zu erwarten.
  2. Notkühler neigen dazu, sich an der Unterseite einen „Bioteppich“ anzusaugen, der regelmäßig vorsichtig abgeharkt werden muss, um die Kühlleistung zu erhalten. Ein kräftiger Wasserstrahl (kein Hochdruck..) hilft beim Säubern.
  3. Ausreichender Kühlmitteldruck und Kühlmittel in gutem Zustand sind weitere Voraussetzungen für ausreichende Kühlleistungen der Notkühler.

Diese drei Maßnahmen sind die ersten Punkte, die ein Betreiber  auch mit Blick auf die zurückliegenden Wartungen (Reinigung Wärmetauscher, Austausch Kühlmittel?) vornehmen kann. Im Fachsymposium Biogasmotoren am 5.9.2017 gehen wir mit mehreren Fachvorträgen auch auf diese Thematik ein.

Ursachenbündel für thermische Probleme von Biogasmotoren

Die Ursachen für thermische Probleme von Biogasmotoren in Biogas-BHKWs finden sich nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Planung und Auslegung des BHKWs. Wenn Pumpen, Wärmetauscher, Rohrleitungen oder Notkühlern zu knapp ausgelegt wurden, kommen bei hochsommerlichen Temperaturen die oben beschriebenen Probleme. Zum Teil mangelt es auch an der richtigen Einstellung der Regelventile, die die volle Kühlleistung von Notkühlern verhindern.

Im Biogasmotoren Technik-Seminar II geht es um die richtigen Betriebstemperaturen des Biogasmotors. Seminarteilnehmer erhalten neben vielen Praxis-Tipps auch Checklisten zur Schadensprävention. Diese sollten gemeinsam mit dem Servicepartner für einen störungsfreien Betrieb abgearbeitet werden. Wir werden Sie zeitnah über unsere Biogasmotoren Technik-Seminare für Herbst und Winter 2017/2018 informieren.

Flexibilisierung aus der Sicht von zwei erfahrenen Biogasanlagen-Betreibern

Anlässlich der Planertage eines Motorenherstellers Ende Juni 2017 haben Martin Laß (Agrarservice Lass GmbH) und Christopher Link (SK Verbundenergie AG) zwei Vorträge zu den eigenen Erfahrungen mit einer Biogas-BHKW Flexibilisierung gehalten. Beide haben Vorgehensweise und Kriterien aufgezeigt, unter denen die eigenen Anlagen flexibilisiert wurden.

Positive Erfahrung zur Flexibilisierung

Martin Laß bewirtschaftet auch einen eigenen landwirtschaftlichen Betrieb und hat sich früh mit den Fragen der Flexibilisierung beschäftigt. Dazu gehört auch die Direktvermarktung des selbst erzeugten Stromes. Aus seiner Sicht bilden die Spotpreise für Strom an der Börse die Nachfrage-Angebotssituation perfekt ab. Diese liefern ein genaues Signal, wann es sich lohnt, die BHKWs laufen zu lassen und wann nicht.

Quelle: Agora Energiewende, CUBE Engineering/Flexperten

Die Preisentwicklung lässt sich heute mit großer Genauigkeit prognostizieren. Die Muster dieser Kurvenverläufe sind im Wochenvergleich sehr ähnlich. Sie zeigen das Ergebnis unseres Stromverbrauches und der Wetterdaten, die fluktuierende Windstrom- und Solarstrom-Leistungen verursachen. Wasserkraftwerke und Biogas-BHKWs speisen bislang noch „Grundlast“-Strom ein, was sich aus den oben genannten Gründen im Zeitablauf jedoch deutlich ändern wird.

Der Fahrplanbetrieb nach Strompreis-Signalen der Börse erfordert einen ausreichend dimensionierten Gasspeicher. Wenn Wärmekunden versorgt werden müssen, ist auch ein Wärmepufferspeicher notwendig – oder ein spezieller Fahrplan z.B. für einen Motor, der Wärmekunden übernimmt.

Quelle: CUBE Engineering/Flexperten

Das Fazit von Martin Laß zur Flexibilisierung ist aus seiner Sicht eindeutig: gerade mit Blick auf die Zeit nach dem EEG lässt sich jetzt die eigene Biogasanlage zukunftsfest machen. Die hohe Anlagenverfügbarkeit und Redundanz reduziert den Stress im Alltag und führt zu besseren Ergebnissen.

Jede Biogasanlage braucht ein passendes Konzept zur Flexibilisierung

Christopher Link betreut mit seinen Dienstleistungen auch die eigenen 8 Biogasanlagen im Unternehmensverbund und blickt auf vielfältige Umsetzungserfahrungen zurück. Jede Biogasanlage benötigt ihr spezifisches Umsetzungskonzept für die bedarfsgerechte Stromversorgung. Ebenso eine weiterhin zuverlässige Wärmebereitstellung für Wärmekunden.

Das Maß der Überbauung hängt sehr von den örtlichen Raum- und Genehmigungs-Voraussetzungen ab. Dafür lässt sich kein Patentrezept nennen. Das rechnerische Optimum der Überbauung hängt u.a. von der Größe des Gasspeichers ab. Es ist eine Entscheidungshilfe, um die Erträge aus der bedarfsgerechten Stromproduktion zu optimieren.

C. Link: Strom-Mehrerlöse in Abhängigkeit von Überbauung und Gasspeichervolumen

Die Aussagen dieser Kurven sind eindeutig: gute Mehrerlöse lassen sich nur dann erzielen, wenn zur Überbauung auch der passende Gasspeicher gewählt wird. Daher wirkt eine starke Überbauung mit zu kleinem Gasspeicher kontraproduktiv. Für die passende mehrdimensionale Optimierung eines Flexvorhabens setzt die SK Verbundenergie AG mathematische Verfahren ein, damit es auch wirtschaftlich sehr gut passt.

Für Flexinteressierte geben die beiden Vorträge von Martin Laß und Christopher Link wertvolle Hinweise, weil sie auch konkrete Zahlen zeigen.

Anmeldungen zum Fachsymposium Biogasmotoren im Endspurt

Rasche Anmeldung zum Fachsymposium sichert Teilnahmeticket

Die Anmeldungen zum Fachsymposium Biogasmotoren laufen seit Anfang Mai kontinuierlich herein, knapp zwei Drittel der Teilnehmerplätze sind schon gebucht.

In vier Themenblöcken werden die für Betreiber wichtigen Technik-Fragen um das Biogas-BHKW herum von kompetenten Referenten angesprochen.

Es geht zum einen um den störungsfreien Betrieb des BHKWs und um niedrige Instandsetzungskosten. Auf der anderen Seite beschäftigen sich viele Betreiber mit der Frage „Flexibilisierung – ja oder nein?“, für deren Beantwortung wir Ihnen Entscheidungshilfen und Erfahrungswerte von Betreibern vorstellen möchten, die den Schritt in die Flexibilisierung bereits unternommen haben.

Anmelden zum Fachsymposium Biogasmotoren können Sie sich hier. Die Agenda der Veranstaltung und alle weiteren Details finden Sie in diesem Veranstaltungsflyer .

Wohlfühlbedingungen für Aktivkohle und wirksame Schadstoffreduktion

Sich um optimale Einsatzbedingungen für Aktivkohle zu kümmern, schafft nicht nur die Voraussetzungen für die gewünschte Schadstoffreduktion, sondern erhöht auch gleichzeitig die Standzeiten der Aktivkohle. Teilnehmer des Fachsymposiums werden erfahren, worauf es ankommt und dass sich mit der richtigen Aktivkohle auch Geld sparen lässt.

Wärmetauscher-Performance dauerhaft sicherstellen

Wärmetauscher laufen häufig unter dem Radar der Instandsetzungsaktivitäten und verringern ihre Leistung schleichend. Wenn dann noch das Kühlmittel ebenso vernachlässigt wird, kann es ernsthafte Schäden und teure Reparaturarbeiten nach sich ziehen. Für die richtigen Maßnahmen zur Schadensprävention gibt es konkrete Tips für den Betrieb Ihres BHKWs.

Die Feinheiten einer klugen Flexibilisierung

Ein Betreiber wird seine Flexibilisierungsgeschichte erzählen und Ihnen Einblicke in seine Anlagen-Flexibilisierung geben. Wie das Flexprojekt im einzelnen abgelaufen ist und welche Unterstützung es hierfür gegeben hat, erfahren Sie natürlich auch.

Instandhaltungskosten im Flexbetrieb unkalkulierbar?

Betreiber betrachten BHKW-Kosten bei der Planung einer Flexibilisierung über lange Zeithorizonte: bis zu 10 Jahren nach vorn und auch über den Auslauf ihres EEGs hinaus. Und die Anbieter tun sich derzeit immer noch sehr schwer, die Servicekosten für ein BHKW mit konkretem Flex-Fahrplan im ersten Betriebsjahr zu benennen. Auf dem Fachsymposium Biogasmotoren geben wir Licht in die „Blackbox“ der Servicekosten für flexibilisierte BHKWs.

Besucher des Fachsymposiums erhalten einen besonderen Service. Im Nachgang zur Veranstaltung werden den Teilnehmern Checklisten der Referenten in PDF-Form zu den einzelnen Vorträgen zugemailt und es wird eine besondere Form der Nachbereitung aller Vorträge geben, über die wir Sie auf der Veranstaltung informieren.

Melden Sie sich jetzt hier zum Fachsymposium Biogasmotoren an. Der aktualisierte Veranstaltungsflyer informiert über alle wichtigen Details der Veranstaltung.