Ein schwerer BHKW-Schaden kommt selten gelegen. Plötzlich steht der Motor, die Stromerlöse bleiben aus und eine teure Reparatur wird notwendig. Dazu kommen ungeplante Einsätze, Diskussionen mit Servicepartnern und die bange Frage: Hätte sich dieser Schaden verhindern lassen?
BHKW-Schäden: Ursachen erkennen und vermeiden
Das besonders Ärgerliche: Manche Schäden entwickeln sich schleichend. Kleine Veränderungen bleiben oftmals im Betriebsalltag unbemerkt, bis aus einer Auffälligkeit ein kostspieliges Problem wird. Die tägliche Betriebsdatenaufnahme ist hier eine wichtige Unterstützung. Der zeitliche Verlauf dieser Betriebsdaten gibt den Anlagenbetreibern Hinweise auf den unvermeidbaren Verschleiß von Komponenten. Ist der zugelassene Verschleiß aufgezehrt, droht ohne weitere (Service-) Maßnahmen im Regelfall stark anwachsender Verschleiß in Richtung Schaden mit ungeplantem Anlagenstillstand. Um dies zu vermeiden, ist es notwendig, die Hand am Puls des BHKWs zu halten. Leider können in der Praxis mehrere Schadenursachen zum Schadensymptom führen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Wechselwirkungen der einzelnen Funktionsbereiche des Biogasmotors durchaus zahlreich sind.
Was wirksame Schadenprävention erfordert
Dies bedeutet, dass ein Servicepartner für eine erfolgreiche Analyse der Schadenursache diese Komplexität berücksichtigen muss, um alle möglicherweise gleichzeitig auftretenden Ursachen abstellen zu können. Anderenfalls liefe er Gefahr, dass nach erfolgter Instandsetzung des Schadens dieser wenig später erneut auftritt. Wichtig ist dieser Rundblick auf mögliche Schadenursachen aber auch bei der Schadenprävention. Alle relevanten Betriebsdaten des Biogasmotors sind in Ihrer Entwicklung daraufhin zu verproben, ob sich hier ein Beitrag zur Schadenabwicklung abzeichnet oder nicht. Die einzelnen Betriebsdaten müssen daher in ihren zulässigen Schwankungsbreiten bleiben, damit Betreiber ruhigen Gewissens nicht von Schäden und ungeplanten Anlagenstillständen überrascht werden.
Diese sieben Schadensrisiken sollten Sie kennen:
1. Unzureichende Biogasaufbereitung: Aggressive Inhaltsstoffe, Feuchtigkeit und Verunreinigungen verursachen Korrosion, Ablagerungen und erhöhten Verschleiß.
2. Probleme beim Motorstart: Schwache Starterbatterien, zu häufige Startversuche durch fehlerhafte Einstellungen der Gemischregelung oder verschlissene Zündkerzen können den Start erschweren und Komponenten wie den Anlasser stark thermisch belasten.
3. Unzureichende Kühlung und falsche Raumtemperaturen: Überhitzung in den Kühlkreisläufen oder eine zu hohe Gemischtemperatur verkürzen die Lebensdauer wichtiger Bauteile und erhöhen die Klopfgefahr. Aber auch zu niedrige Betriebstemperaturen z.B. der Raumluft gefährden die Motoren und werden in der Praxis unterschätzt.
4. Motorklopfen: Eine klopfende Verbrennung kann extreme Drücke und Temperaturen erzeugen. Die Folgen reichen von hoher Lagerbelastung bis zu schweren Motorschäden in Form von Kolbenfressern.
5. Kavitation und Lochfraß am Motorblock: Zu niedrige Betriebsdrücke im Kühlkreislauf führen dazu, dass an heißen Stellen des Kühlkreislaufes Dampfblasen entstehen und beim Implodieren Material aus dem Motorblock herauslösen. Darüberhinaus wird das Kühlmittel chemisch verändert und führt zu weiteren Schäden im Kühlkreislauf.
6. Staubhaltige Raumluft: Staub wirkt im Motor wie Schleifmittel. Laufbuchsenverschleiß, steigender Ölverbrauch und höhere Betriebstemperaturen führen zu vorzeitigem Verschleiß, der früher fällige Revisionen notwendig macht.
7. Ölnebel im Brennraum: Ölnebeldämpfe verstärken das Motorklopfen und gefährden Kolben, Lager und Zylinderköpfe. Im schlimmsten Fall drohen Kolbenfresser oder eine Leistungsreduzierung durch die Klopfsensorik bis hin zur Abschaltung des Motors.
Schäden vermeiden, bevor es teuer wird
Was verbindet diese Schadensbilder? Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen. Deshalb reicht es nicht, nur auf eine oder mehrere Störmeldungen zu reagieren. Entscheidend ist, Betriebsdaten regelmäßig zu erfassen, Veränderungen zu bewerten und Verschleiß im gemessenen Umfang frühzeitig zu erkennen.
Wer kleine Warnsignale rechtzeitig ernst nimmt, gewinnt wertvolle Zeit zum Gegensteuern. Dies ist regelmäßig auch kostengünstiger, als die Folgen eines Schadens zu tragen.
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