GDV Arbeitskreis Biogasmotoren diskutiert Biogasmotor-Schäden

Am 29. Januar 2014 fand in Köln eine Sitzung des PG Biogas des GDV statt, zu dem der IG Biogasmotoren e.V. eingeladen wurde. Die Gründung der Interessenvertretung  für Biogasmotoren-Betreiber wurde ausdrücklich begrüßt. Geschäftsführer Michael Wentzke stellte die Ziele und Aktivitäten des Vereines dar und wies auf die bisher schon ermittelten Betriebs- und Schadens-Daten der im Mitgliederbestand eingesetzten Biogas-BHKW hin.

Besonders intensiv wurden die Ursachen massiver Motorschäden bei den Versicherungsnehmern der  anwesenden Versicherungen diskutiert, die zu gravierenden Konsequenzen für die Betreiber von Biogasanlagen führen. Es drohen drastische Prämienerhöhungen, Einschränkungen des Versicherungsumfanges, hohe Selbstbehalte und Fortführung des Vertrages nur mit der Umsetzung technischer Modifikationen an den Biogas-  BHKW´s.

Schadensentwicklung und Schadensquote bei Biogasmotoren machen das Geschäft für Versicherer zunehmend unattraktiv

Die Versicherungsgesellschaften beklagen seit drei Jahren eine stark zunehmende Anzahl von Biogasmotor-Schäden, die zu einer Inanspruchnahme im Bereich der Betriebsunterbrechung und der Maschinenbruch-Versicherung führen. Dies weiter ohne spürbare Reaktionen hinzunehmen, sei wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.

Kein einheitliches Schadensbild

Die Erfahrungen der Versicherer mit Motorschäden bei Biogasanlagen lassen nicht den Schluss zu, dass nur wenige Hersteller und Motorbaureihen bundesweit als besonders schadensträchtig einzustufen seien, auch wenn sich bei bestimmten Motortypen Auffälligkeiten zeigen.

Übereinstimmend wurde festgestellt, dass die Branche der Anbieter hier offenbar noch Lernkurven zu durchlaufen hätten, um einen zuverlässigen Betrieb von Biogas BHKW´s sicherzustellen. Mit den Leistungsanforderungen des Marktes hätten nicht alle Anbieter Schritt halten können, sodass zu Lasten der Zuverlässigkeit Motoren offenbar zu stark ausgereizt  wurden.

Fachinformationen erreichen Betreiber häufig sehr spät

In diesem Zusammenhang wird über Motorenhersteller und Packager geklagt, dass die Informationspolitik über Modellpflegemaßnahmen und technische Änderungen der laufenden Serie nicht oder nur mit Verzögerungen die Betreiber erreichen. Von einzelnen Herstellern werden derartige Maßnahmen den Betreibern kostenfrei in Aussicht gestellt, wir werden hierüber im Mitgliederbereich in den nächsten Tagen detailliert berichten. Offenbar gibt es zumindest die ersten Reaktionen seitens einzelner Hersteller, kulant auf ihre Kunden zuzugehen.

Offenbar sind auch auch Sicht der Versicherer Wartungsverträge der Hersteller oder anderer Dienstleister wenig geeignet, die Schadensquoten nennenswert zu reduzieren. Das Serviceniveau wie in der Windenergieanlagenbranche ist bei weiten noch nicht erreicht. Dort können sich Betreiber mit fairen Full-Service-Verträgen vom Wartungs- und Reparaturkostenrisiko ihrer Anlagen befreien und daher deutlich besser und problemloser den Alltagsbetrieb bewältigen.

Wartungsverträge noch nicht flächendeckend problemlösend

Der IG Biogasmotoren fordert hier eine Weiterentwicklung der Serviceverträge, die heute weitestgehend den Anbieter mit Vorteilen versorgen und keine deutliche Entlastung für den Betreiber mit sich bringen. Vereinzelt werden Herstellerwartungsverträge von Betreibern abgeschlossen, die diesen oft nach größeren Motorschäden mit kulanten Regelungen angeboten werden.

Teilnehmer des PG-Biogas berichteten, dass eine genaue Analyse von Schäden auch deshalb erschwert werde, weil Messtechnik nicht in ausreichendem Maße in gerade kleineren Anlagen installiert wird. Folgemaßnahmen aus Gas- und Schmierölanalysen unterblieben oftmals und im Zusammenhang mit vernachlässigter Wartung baue sich zusätzliches Schadenspotenzial auf.

Die Sensibilität der Biogasanlagen-Betreiber wachse allerdings, angesichts des wirtschaftlichen Druckes auf ihre Anlagen, diese mit allen notwendigen Maßnahmen zu einer hohen Verfügbarkeit zu bringen. Das Interesse an Informationsangeboten für entsprechende Unterstützung ist groß, wie auch IG Biogasmotoren feststellt.

Reaktionen der Betreiber auf Schadensentwicklung

Immer wieder erreichen den IG Biogasmotoren Klagen der Betreiber über unzureichenden Service einzelner Motorenhersteller, die lange Reaktionszeiten in der Bereitstellung von Serviceteams haben und deren Preisgestaltung für Ersatzteile im Vergleich zu qualitativ ebenbürtigen Lieferanten nicht überzeugt.

Neben Wechsel der Service- und Ersatzteillieferanten gerade für Motoren außerhalb der Gewährleistungsfrist werden die Einsatzbedingungen zunehmend mit Leistungsreduktionen entschärft, die jedoch Geld kosten und die eigene Wirtschaftlichkeit belasten. Weniger Erträge zu erzielen, um zugunsten höherer Zuverlässigkeit und geringerer Schadensquoten doch noch wirtschaftlich die Kurve zu kriegen?

Zweifel sind da durchaus angebracht, hier kommt es darauf an, die Risikofaktoren im Motorenbetrieb soweit auszuschalten, dass mit technischen Abhilfemaßnahmen Motoren innerhalb ihres Limits laufen können. Leider sind dies im einzelnen recht unterschiedliche Maßnahmenpakete, je nachdem wie störanfällige Baugruppen im Container angeordnet und verbaut sind und ihr Wartungszustand ausfällt. Dies betrifft nach Aussage der Versicherer insbesondere Filteranlagen und den Zustand des Schmieröls.

Versicherer schauen gespannt auf die Flexibilisierung des Biogas-BHKW-Betriebes

Die ersten Betreiber signalisieren schon Investitionsbereitschaft in den Ausbau ihrer Biogas-   BHKW´s, um die zu erwartenden Möglichkeiten des überarbeiteten EEG´s auszunutzen. Der Teillastbetrieb ist auch in den Augen der Versicherer bei bestehenden Anlagen nur dann störungsfrei zu bewältigen, wenn Betreiber die besonderen Notwendigkeiten in der technischen Betriebsführung zukünftig beachten : das wiederholte Auskühlen von Baugruppen mit Kondensatbildung, die größeren Belastungen bestimmter Komponenten wie Anlasser und Gemischregler erfordern einfach mehr Aufmerksamkeit.

Die Versicherer wünschen sich hier eine stärkere Unterstützung durch Motorenhersteller und Packager, dass neue Anlagen für größere Anteile im Stillstand und im Teillastbereich fit gemacht werden und bestehende Anlagen wirtschaftlich passende Umrüstpakete erhalten, um die geforderten Betriebsarten auch ohne weitere Schäden fahren zu können.

Der nächste Informationsaustausch ist für den Spätherbst geplant. Bis dahin ist der  Branche zu wünschen, dass Entwicklungen in Richtung größerer Zuverlässigkeit ihrer Produkte helfen , die Schadensquoten zu reduzieren und die wirtschaftlichen Ergebnisse bei den Betreibern zu verbessern.

Motor-Talk für Mitglieder am 20.3.2014

Motor-Talk für Biogasmotoren-Betreiber

Motor-Talk für Biogasmotoren-Betreiber

Mitglieder des IG Biogasmotoren e.V. treffen sich nun am 20.3.2014 auf einem Biogas-BHKW, um sich dort von dem Betreiber mit seiner Mannschaft die durchgeführten Optimierungsmaßnahmen vorstellen zu lassen.

Der gastgebende Biogasanlagen-Betreiber hat mehrere Motorschäden bewältigt und sukzessive an nahezu allen Bauteilgruppen Verbesserungen durchführen müssen, um zahlreiche Betriebsstörungen abzustellen.

Aufgrund des aktuellen Umbaus an der Gemischversorgung und an der neuen Verrohung des Wärmetauschers an einem Biogasmotor musste der zuerst geplante Termin verschoben werden. Besucher werden die ersten Erfahrungen mit dem Umbau der Abwärmeführung mitnehmen können. Probleme in der Bauteildimensionierung in diesem Bereich hatten sich auch auf den Betrieb des Biogasmotors negativ ausgewirkt.

Neben dem konkreten Einblick in die BHKW-Technik vor Ort wird der Motor-Talk mit einem  Erfahrungsaustausch nach einem gemeinsamen Mittagessen fortgesetzt. Dort werden u.a. die Ergebnisse aus den Gesprächen mit Versicherungen zum Thema Anstieg der Versicherungsprämien und einem Biogasmotoren-Hersteller zumThema Kulanz angesprochen.

Eingeladen sind Vereinsmitglieder, die in dem Mitgliederbereich und per Email den genauen Ort, Zeitpunkt und Anreisehinweise zum Veranstaltungsort erhalten. Damit wir die Veranstaltung besser vorbereiten können, bitten wir Sie auch um eine kurze Anmeldung zum Motor-Talk per Email.

Hier geht es zur Mitgliederseite für Detailinformationen.

Vorstellung Vorstand Peter Krabbe und Geschäftsführer Michael Wentzke

Wer kümmert sich um die Belange der Biogasmotoren -Betreiber? Zwei der sieben Vereinsgründer sind als Vorstand und Geschäftsführer tätig und nehmen mit ihren Kollegen und Partnern die Interessen der Mitglieder wahr, praktische Lösungsansätze für die leider zahlreichen Störungen im Betrieb der Biogasmotoren zu finden.

Dabei geht es stets darum, auch mit Motorenherstellern und Packagern einen konstruktiven Dialog zu führen, damit die Branche sich weiterentwickeln kann und eine hohen Kundenzufriedenheit wiederhergestellt werden kann. Der Verein vertritt die berechtigten Interessen der Biogasmotoren-Betreiber und stellt mit kompetenten Dienstleistern Hilfen für einen zuverlässigen und wirtschaftlichen Betrieb der Biogasmotoren bereit.

Der Verein nutzt dabei die seinen Mitgliedern zur Verfügung stehenden Netzwerke und teilt die praktischen Lösungen der Partner und Mitglieder zu Ihrem Vorteil als Betreiber.

Hier finden Sie eine kurze Vorstellung von Peter Krabbe und Michael Wentzke.

Herausforderungen für Biogasmotoren-Betreiber

Manchmal sprechen Bilder eine starke Sprache: ein Rennpferd ist kein Ackergaul. Spitzenleistung für kurze Zeit zu erbringen ist wohl die eine Seite, zuverlässige Dauerleistung ohne Ausfall zu bringen, die andere Seite. Biogas-Motorenhersteller haben mit diesem Bild schon ihre Probleme gegenüber ihren Kunden. Im Rennen um höchste Wirkungsgrade möchten Hersteller vorn liegen, aber wenn dies mit mangelnder Zuverlässigkeit und einer hohen Schadensquote erkauft wird, kann dies Kunden nur verärgern.

Dies spüren verschiedene Hersteller nun durchaus bei ihren Kunden, die sich mit den Problemen mangelnder „Reife“ ihrer Hochleistungs-Motoren auseinanderzusetzen haben. Zunächst haben die Kunden Reparaturkosten und Umsatzausfälle zu beklagen, in der Folge müssen oft Versicherer bluten und – sofern die Schäden schon in der Gewährleistungsphase anfallen –  sind Packager und Motorenhersteller ebenfalls mit ihren Kosten-Beiträgen dabei.

Zuverlässigkeit ist mehr wert als empfindliche Spitzenleistung

Wie wäre es, wenn Biogasmotoren-Hersteller ihre Motoren auf mehr Zuverlässigkeit trimmen und nicht das letzte Prozentpünktchen Wirkungsgrad aus ihren Maschinen herauskitzeln würden. Ich bin fest davon überzeugt, dass es dann mehr Freude in allen Gesichtern geben würde: bei Betreibern, Herstellern und Packagern. Und die Zahlen in der GuV würden auch besser aussehen.

Biogas-BHKW sind nicht direkt vergleichbar mit Erdgas BHKW. Darauf haben sich Hersteller in unterschiedlicher Qualität mit ihrer Motorentechnik eingestellt. Biogas schleppt leider eine ganze Reihe eher unerwünschte Schadstoffe mit sich, die herausgefiltert werden müssen, damit sie nicht in den Brennraum gelangen. Wenn hier nicht ausreichende Vorsorge getroffen wird – Stichwort Filterung und Überwachung der Schmierölqualität – droht Ungemach, sprich Schäden, die teuer werden können. Hier sind sowohl Betreiber als auch Packager in der Pflicht, die Filterwechsel ernst nehmen und für geeignete Filtertechnik sorgen.

Was fordert das neue EEG im Hinblick auf Biogasmotoren-Technik?

Worauf müssen sich Biogasmotoren-Betreiber einstellen?

Worauf müssen sich Biogasmotoren-Betreiber einstellen?

Natürlich wissen wir alle noch nicht genau, was wirklich kommen wird. Aber es gibt gut begründete Annahmen, die davon ausgehen, dass von den Biogasanlagen-BHKW´s flexiblerer Betrieb gefordert wird. Heute werden Biogasmotoren in einem Lastpunkt betrieben und der heißt Vollast: soviel und solange, wie es geht. Das maximierte in der Vergangenheit die Erträge. Zukünftig wird eine Biogasmotoren-Anlage nicht mit mehr als 8000 Betriebsstunden im Jahr gefahren werden, sondern vielleicht nur noch mit 4000 Betriebsstunden. Leistung aus dem Netz herauszunehmen, wird zukünftig honoriert. Das wird nicht das Problem.

In der  heutigen Auslegung der Biogasmotoren-Technik besteht das Problem. Es macht schon ein Unterschied, ob ein Anlasser einmal pro Woche bemüht wird, oder zukünftig vier Mal pro Tag. Wenn Maschinen stundenlang auskühlen, bildet sich mehr Kondensat, das z.B. Bauteile rosten läßt  oder Schmieröl belastet. Motoren werden zukünftig viel stärker im Teillastmodus betrieben werden. Wie sehen dann die Wirkungsgrade aus?

Vor dieser Herausforderung standen und stehen Fahrzeughersteller mit ihren Otto-Motoren in jedem PKW – und haben hierfür durchaus unterschiedliche technische Lösungsansätze gefunden, die zu guten Ergebnissen führen. Die Motorenentwickler werden sich also mit verschiedenen Lastpunkten im Kennfeld beschäftigen müssen, damit Betreiber gute Ergebnisse – sprich gute Biogasverbräuche – auch bei halber Motoren-Leistung einfahren.

Full-Service-Verträge, die halten, was sie versprechen

Anlässlich eines Betreibertreffens wurde Leid geklagt, das mit dem Projektmanagement bei Neuinstallation eines Biogas BHKW´s verbunden war. Schon bei der Realisierung der Neuanschaffung schwächelten die involvierten Partner offenbar so, dass nur das Improvisationstalent lokaler Dienstleister die saubere elektrotechnische und wärmetechnische Anbindung und Inbetriebnahme eines neuen Biogas BHKW´s ermöglichte.

Der Reifegrad einer Branche zeigt sich auch u.a. für den Kunden darin, wie Hersteller und Packager mit den Wartungs- und Reparaturkostenrisiken ihrer Anlagen umgehen. Die Fahrzeug- und Windenergieanlagen-Branche zeigen, wie es geht: Serviceverträge wirken wie eine Versicherung gegen diese Kosten und werden pro Km-Fahrleistung über die Nutzungsdauer oder pro produzierter kWh Energie kalkuliert und abgerechnet. Wer das Wartungs- und Reparaturkosten-Risiko seiner Maschinen kennt, kann dem Kunden einen für ihn auch attraktiven Servicevertrag anbieten – und leider gilt auch die Umkehrung dieser Aussage.

Ohne Versicherung keine Nachfinanzierung

Mehrere Versicherungen und der GDV haben sich schon gemeldet, um mit der IG Biogasmotoren in einen Gedankenaustausch zu kommen, wie sich die in Teilbereichen katastrophale Schadensentwicklung bei Betreibern von Biogasmotoren-BHKW´s zurückführen läßt. Für Betreiber bedeutet dies, steigenden Versicherungsprämien ins Auge sehen zu müssen, wenn überhaupt für bestimmte Motorentypen noch Versicherungsschutz gewährt wird. Die Versicherer haben die technischen Auflagen schon beträchtlich verschärfen müssen, um überhaupt noch vertretbare Schadensquoten zu erreichen.

Dazu gehören Nachrüstungen und Umrüstungen, die Hersteller  empfehlen, allerdings zu Lasten der Betreiber. Diese sollen dann zum Teil für die Sanierung technisch unausgereifter Lösungen bezahlen, ansonsten verlören sie ihren Versicherungsschutz. Hier muss man sich verwundert die Augen reiben und kritische Fragen an die betroffenen Hersteller richten. Wenn vom Hersteller erkannt wird, dass Bauteile für den  ordnungsgemäßen Betrieb eines Motors verändert werden müssen, ist es nicht in Ordnung, diese Aufwendungen vom Kunden zahlen zu lassen. Hersteller reagieren bei deutlicher Ansprache dieser Themen zunehmend  kulanter, was sehr zu begrüßen ist. Hier können wir Mitglieder durchaus wirksam unterstützen.

Auch Refinanzierer und Versicherer schauen auf die Herausforderungen der Flexibilisierung

Viele Biogasmotoren-Betreiber überlegen sich gerade, ob und wie sie auf die neuen Chancen des zu erwartenden EEG´s reagieren sollen. Biogasanlagen und das Erdgasnetz sind aufgrund des Energiespeicherpotenziales in besonderer Weise geeignet, das Energiepotenzial anderer erneuerbarer Energien auszugleichen und zu ergänzen. Teillastbetrieb der Anlagen bedeutet auch eine andere Verteilung der Wartungskosten über die Nutzungsdauer und erhöht die Anforderungen an die Regelungs- und Steuerungstechnik. Dies erfordert Anpassungen der technischen Betriebsführung und eine Weiterentwicklung  der Motorensteuerung und Komponentenauslegung.

Banken und Versicherungen werden vor Vertragsabschluss daher ihre Risiken genauer prüfen. In der Vergangenheit gab es wenige belastbare Daten, heute liegen die Betriebskennzahlen in viel größerer Dichte auf dem Tisch. Eine Biogasanlage mit angeschlossenem BHKW ertragreich zu betreiben, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die in einem Umfeld mit stark wechselnden Parametern erfolgt: schwankende Preise für die Einsatzstoffe, ihre biologisch bedingten Unterschiede in der Qualität des Biogases und die betriebstechnische Reaktion hochgezüchteter Biogasmotoren sind nur ein Teil der Herausforderungen, denen sich Betreiber gegenübergestellt sehen.

Wir unterstützen Sie in allen Fragen des Biogasmotoren-Betriebes, damit alle Parteien (Hersteller, Ersatzteillieferanten, Packager, Instandsetzen und Betreiber) einen wertvollen Beitrag für den rentablen Betrieb des Biogasmotoren-BHKW´s leisten können. Als Mitglied ermöglichen Sie uns mit Ihrem Beitrag und Ihren Daten professionelle Unterstützung und Expertise, von der Sie unmittelbar profitieren. Wir nehmen die Herausforderungen für den zukünftigen Biogasmotoren-Betrieb an und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen im Jahr 2014.

Fachtagung Biogas Treurat & Partner in Sörup am 11.Dezember 2013

Biogas-Motor in Aktion

Biogas-Motor in Aktion

Zur zweiten Fachtagung Biogas in diesem Jahr von Treurat & Partner waren 85 Biogasanlagen-Betreiber gekommen, um sich über ihre praktischen Erfahrungen und erzielten wirtschaftlichen Ergebnisse auszutauschen. Der Besuch der Biogasanlage in Sürup am Morgen vor Beginn der Tagung zeigte neben der Anlagenkonzeption auch Erfahrungen mit dem Betrieb der Biogasmotoren und der Servicequalität involvierter Partner.

Nach einem Vortrag zum Thema EEG-konformer  BHKW – Anlagenerweiterung bzw. – Austausch und einem weiteren Vortrag Alternativen zum Einsatz von Mais in Biogasanlagen  mit dem Titel „Getreide-GPS und Zwischenfrüchte als Alternative zum Mais“ stellte Peter Krabbe den Verein IG Biogasmotoren kurz vor der Mittagspause den Teilnehmern vor.

Eigene leidvolle Erfahrungen in 2 Blockheizkraftwerken mit der eingesetzten Motorentechnik zeigten den Teilnehmern die Notwendigkeit auf, die vorhandenen Erfahrungen mit guten und weniger guten Servicepartnern und Motorenherstellern zu teilen, damit die Branche, wie schon in der Windenergieanlagenbranche praktiziert, rasch lernt, die Anforderungen der Biogasanlagen-Betreiber ernst zu nehmen und mit Produkt- und Serviceverbesserungen hierauf zu reagieren. Erst mit einem hinreichend großen Zahlengerüst aus dem Feld der Biogasmotoren-Betreiber würde man auch Gewicht bei Herstellern und Servicepartnern entfalten können. Die ersten Reaktionen der Hersteller auf die Vereinsgründung zeigten, dass man die Entwicklung sehr aufmerksam verfolge.

Die anwesenden Teilnehmer berichteten von ersten Versicherer-Reaktionen auf die zunehmenden Zahl von Motorschäden und die Notwendigkeit, die Hersteller und Packager mit Felddaten und geschlossenem Auftreten dazu zu bewegen, die Schwachstellen ihrer Produkte zu verbessern.

Der Vortrag von Herrn Aschmann von der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft zumThema „Herausforderungen an die BHKW Technik in der Direktvermarktung“ stellte die technischen Anforderungen an Biogasmotoren dar, zukünftig nicht nur in der Betriebsart „Vollast“ gefahren zu werde, sondern auch mit Teillastzuständen und häufigen Starts nach Stillstandsphasen umzugehen. dafür sei die heutige Biogasmotoren-Technik nicht ausgelegt, ebenso müsste die technische Betriebsführung für wechselnde Lastanforderung nachgerüstet werden.

Unterstrichen wurde die Bedeutung sorgfältiger Wartung. Anhand von Betriebsdaten konnte gezeigt werden, dass sich aufwändige Wartung rechnet, die Verfügbarkeit hoch gehalten werden könne und der Wirkungsgrad der Biogasmotoren-Anlage deutlich besser sei als bei einer eher fallweise durchgeführten Wartung.

Jahrestagung Treurat & Partner im Arbeitskreis Biogas am 28.11.2013 in Zeven

Die erste Veranstaltung der Jahrestagung im Arbeitskreis Biogas der Treurat &Partner Unternehmensberatung fand am 28. November 2013 in Zeven statt.

Zu Beginn stellte die Fa. MT Biomethan GmbH das Membranverfahren in einer Pilotanlage vor, mit dem Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet wird. Der nachfolgende Vortrag zeigte die ersten praktischen Erfahrungen mit diesem Verfahren sowie Indikationen zu seiner Wirtschaftlichkeit.

Power-to-Gas als wichtige Zukunftsperspektive der Energieversorgung

Biogasanlagen mit BHKW zur Versorgung mit Strom und Wärme

Biogasanlagen mit BHKW zur Versorgung mit Strom und Wärme

Die Präsentation über die erste großtechnische Anlage Power-to-Gas und der Vortrag Perspektiven der deutschen Biogastechnik Power-to-Gas verdeutlichten die großen Chancen der Biogas-Anlagen im zukünftigen Energiemix aus erneuerbaren Energien eine bedeutende Rolle zu spielen, da die Speicherfähigkeit des Biogases in Verbindung mit dem Erdgasnetz als Speicher ein gute Antwort auf die Anforderung nach bedarfsgerechter Energieversorgung ist.

Größere Investition in Biogas-Anlagen erwartet

In diesem Zusammenhang ergab der Ausblick in die nahe Zukunft, dass von den Biogas-Anlagen eine Flexibilisierung ihres Energieangebotes gefordert wird, was für die technische Betriebsführung und die eingesetzte Anlagentechnik ebenfalls eine Herausforderung stellt: eine Vergrößerung der Anlagenkapazität wird einhergehen mit stärkeren Teillast- und Stillstandszeiten.

IG Biogasmotoren e.V. stellt Reduktion von Schäden und Stillstandszeiten bei Biogas-Motoren in Aussicht

Vor diesem Hintergrund stellte Michael Wentzke den rund 45 Biogas-Anlagenbetreibern den IG Biogasmotoren e.V. vor. Die schon auf dem ersten Betreibertreffen in Westerrönfeld geschilderten Erfahrungen mit Motorschäden und der Servicequalität von Packagern und Motorenherstellern wurden bestätigt. Die Zielsetzung des Vereines, Stillstandszeiten der Biogasmotoren zu reduzieren und die Betriebskosten zu senken, wurden begrüßt.

Dass dies auch die Mitwirkung der Biogas-Anlagenbetreiber notwendig macht – z.B. Bereitstellung der Schadensdaten, um konkrete Verbesserungen beim Hersteller und Packager auf der Basis von Fakten anzustoßen, stieß noch auf ein zurückhaltendes Echo. Aber ohne ausreichende Finanzierung dieser Arbeit kann die gewünschte Verbesserung im Bereich der Motorentechnik, der Ersatzteilversorgung und des Services nicht herbeigeführt werden. Die ersten Biogas-Anlagenbetreiber sind genau aus dieser Überzeugung Mitglied geworden und unterstützen die Aufbauarbeit des Vereines, der sich um die Anliegen der Biogasmotoren-Betreiber kümmert.