Biogas-BHKW: Schwachstellenbeseitigung, Flexibilisierung, Konsolidierung

IG Biogasmotoren unterstützt Betreiber 2016 mit breitem Programm

IG Biogasmotoren unterstützt Betreiber 2016 mit breitem Programm

Die Hoffnung, dass sich die Problemfälle bei Biogasmotoren reduzieren und die Beteiber langsam in ein „störungsfreieres Fahrwasser“ kommen, hat sich 2015 leider nicht bestätigt. In Schüben erreichen uns weiter Schadensmeldungen aus den Betrieben. Die letzte Welle von Schadensmeldungen kam 3 Tage vor Weihnachten. Hintergrund war die mangelnde technische Reife neuer Verbrennungsverfahren von Biogasmotoren.

Dort, wo wir uns intensiv bei Biogasmotoren-Problemen haben einbringen können, konnten wir gemeinsam mit allen Beteiligten – auch von der Lieferanten-Seite – gute Lösungen herbeiführen, die im Wert für den Betreiber oft im fünfstelligen Bereich, vereinzelt auch im sechsstelligen Bereich lagen. Neben diesem materiellen und finanziellen Erfolg hat uns die Aussage von Betreibern gefreut, dass sie endlich wieder mehr Ruhe hatten und die nervliche Anspannung gewichen ist.

Diese Lösungen fielen nicht so einfach vom Himmel, sondern waren Ergebnis intensiver Arbeit. Diese hat sich dann auch gelohnt: ein zufriedengestellter Betreiber und oft ein neu eingestelltes Verhältnis zum Lieferanten, dem Kundenzufriedenheit nicht nur eine Werbefloskel bedeutet.

Zum aktuellen Thema Flexibilisierung von Biogas-Blockheizkraftwerken haben wir im zurückliegenden Quartal drei Praxisworkshops mit zwei Kooperationspartnern durchgeführt. Der Informationsbedarf ist groß und erstreckt sich auf alle Aspekte dieses anspruchsvollen Vorhabens, nicht nur den technischen. Wir werden daher im neuen Jahr weitere Praxisworkshops zur Flexibilisierung an verschiedenen Standorten anbieten. Zur Zeit sind wir in der Prüfung von Blockheizkraftwerks-Angeboten und von Wartungsverträgen eingebunden, die Betreiber gestartet haben, um eine valide Investitionsentscheidung treffen zu können.

Die Ertragslage bei Biogasanlagen und angeschlossenen Biogas-Blockheizkraftwerken ist nach wie vor sehr unterschiedlich, allen gemein ist offenbar, dass sich der Kostendruck verstärkt. Wir werden mit Blick auf den Betrieb des Biogasmotors die schrittweise Optimierung der Anlagen in Angriff nehmen und hierzu unser  Seminar- und Dienstleistungsangebot erweitern. Auch hier gilt: erst nach Bewertung der Betriebs- und Schadensdaten sowie des Anlagenaufbaus kann gezielt verbessert werden. Dann sinken Instandsetzungskosten und die Ausfalltage. Patentrezepte helfen nicht weiter, wenn es um eine nachhaltige Konsolidierung der Anlage gehen soll.

Wir werden uns auch im nächsten Jahr für eine gute Qualität von Produkten und Dienstleistungen für Sie als Betreiber einsetzen. Wir begrüßen die Lieferanten, die diese Herausforderung annehmen und der Stimme des Kunden glaubwürdig Gehör schenken. Stellvertretend für viele andere möchten wir an dieser Stelle auf Betreiber verweisen, die von ihren Erfahrungen mit unserer Arbeit berichten. Diese Aussagen mögen Interessenten den Weg zu einer Mitgliedschaft erleichtern. Damit stärken  Sie unsere Arbeit für Sie als Betreiber und die Anbieter der Branche, die Top-Plätze in Ihrer Bewertung anstreben.

Anläßlich der Biogas Convention des Fachverbandes Biogas werden wir am 16. Februar 2016 gemeinsam mit der Versicherungswirtschaft und drei Herstellern von Biogas-Blockheizkraftwerken die Schadensentwicklung von Biogasmotoren präsentieren und darüber diskutieren.

Die Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren  dankt allen Mitgliedern und Partnern für Ihre engagierte Mitwirkung und Ihre Beiträge und wünscht Ihnen einen ertragreiches Jahr 2016.

Wie Technik-Risiken im Flex-Betrieb beherrschbar werden

SK Verbundenergie Fahrplan für Flex-Betrieb

SK Verbundenergie Fahrplan für Flex-Betrieb

In den letzten Wochen hat die Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren diverse Angebote zur Flexibilisierung von Biogas-Blockheizkraftwerken gesehen und bewertet. Betreiber wie auch Motorenhersteller und Packager werden mit einer neuen Fahrweise des Blockheizkraftwerkes konfrontiert, die erhebliche Auswirkungen auf die Betriebsführung und auf die Betriebszustände des Biogasmotors hat. Der Service, der bislang nur den Fahrplan „Vollast ohne Pause“ zu berücksichtigen hat, sieht sich mit Stillstandszeiten, einer Vielzahl von Starts und Mindestlaufzeiten konfrontiert. Von Regelenergieleistungen mit mehr oder minder langen Betriebszeiten  und Teillastphasen einmal abgesehen.

Der Serviceanspruch an Packager und Dienstleister der Betreiber von Biogas-BHKWs wird wachsen. Es bleibt zu hoffen, dass Motorenhersteller und Packager diesen Ball aufgreifen und Betreibern für ihren geplanten Fahrplan den passenden Servicevertrag anbieten. Das mag für manchen Hersteller Neuland sein – aber wenn nicht der Hersteller, wer sollte dann der Experte für den Servicebedarf des Biogas-Blockheizkraftwerkes im Flex-Betrieb sein? Ein Servicevertrag ist sicherlich akzeptabel, wennder ein Großteil des Wartungs- und Reparaturkostenrisikos abgenommen wird und eine faire Aufgabenteilung zwischen den Wartungsarbeiten des Betreibers und den Instandhaltungsaufgaben des Herstellers und Packagers enthalten ist.

Die kalkulatorischen Stellgrößen für den Wartungsvertrag hängen vom gewählten Fahrplan und der Qualität der verbauten Anlagenkomponenten ab. In den Angebotsverhandlungen zur Flexibilisierung, zeichneten sich schon erste gute Ansätze von Anbietern ab, die Betreiber in einem Wartungsvertrag von diesen Betriebsrisiken des Flex-Betriebes zu entlasten. Und dies für die geplante Motoren-Einsatzdauer. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung eines Full-Service-Wartungsvertrages für Betreiber .

Die Interessen Gemeinschaft Biogasmotoren  wird von den Gesprächserfahrungen mit Motorenherstellern und Packagern an dieser Stelle weiter berichten und den Lieferanten Vorschläge zur Vertragsgestaltung und zur Modularisierung derartiger Verträge machen, die dem jeweils geplanten Flex-Betrieb angemessen Rechnung tragen.

Wer sich zu diesem Thema umfassend informieren möchte, kann dies anläßlich der nächsten Praxisworkshops Flexibilisierung im ersten Quartal 2016 tun: neben Hannover und Schwerin sind Berlin und Neustrelitz als weitere Veranstaltungsorte in der Planung. Das Programm mit genauem Ort und Beginn werden wir in Kürze für Sie auf unserer Website publizieren.

Biogas Fachkongress in Hitzacker zeigt in Richtung Flexibilisierung

Praxisworkshop Flexibilisierung 9.12.2015 in Neustreltz

Praxisworkshop Flexibilisierung 9.12.2015 in Neustreltz

Am 24. November 2015 hat die IG Biogasmotoren mit ihren Partnern SK Verbundenergie GmbH und der WEMAG AG in Münster den ersten von vier geplanten Praxisworkshops Flexibilisierung durchgeführt. Der zwei Tage später in Hitzacker durchgeführte 10. Fachkongress Biogas in Hitzacker hat dieses Thema ebenfalls in zahlreichen Fachvorträgen aufgenommen.

Der Fachverband Biogas hat mit den Vorträgen von Horst Seide und Silke Weyberg die energiepolitische Bedeutung dieses Themas für den zukünftigen Stellenwert der Biogaserzeugung im Konzert der erneuerbaren Energien hervorgehoben. Der Appell an die Biogasanlagen-Betreiber war deutlich: wenn es nicht in absehbarer Zeit gelänge, das zugestandene Volumen von 1350 MW zu „flexibilisieren“, wird der Waggon Biogas vom Zug der erneuerbaren Energien abgehängt und droht politisch auf der Strecke zu bleiben: Stand November 2015 seien 66 MW Zubau in der Flexibilisierung zu wenig. Die Biogaserzeuger müssten jetzt bald liefern, um sich angemessen bei der Gestaltung des EEG 2016 positionieren zu können.

Sowohl im Praxisworkshop Flexibilisierung als auch auf dem Fachkongress Biogas in Hitzacker wurde deutlich, dass bei vielen Biogasanlagen-Betreibern noch zahlreiche Fragen geklärt werden müssen, bis eine Investitionsentscheidung in Richtung Flexibilisierung getroffen werden kann. Die IG Biogasmotoren wird seit dem Sommer nahezu wöchentlich um die Bewertung von Angeboten und Ausschreibungsrunden zur Flexibilisierung gebeten.

Dies zeigt, dass viele Betreiber sich mit dieser Frage schon ernsthaft beschäftigen, denn keiner möchte sich gern die einmalige Chance zur Unterstützung der BHKW-Erweiterung entgehen lassen. Es bleiben aber genug offene Fragen mit Blick auf das bestehende und neu anzuschaffende BHKW. Genau diese Fragen greifen wir im Praxisworkshop Flexibilisierung auf:

– Wie groß sollte die Überbauung gewählt werden?

– Mit welchen Betriebskosten ist im Flexbetrieb zu rechnen?

– Welche Umsatzerlöse sind realistisch zu planen?

– Welche Genehmigungen sind bis wann einzuholen?

– Welche technischen Restriktionen weisen bestehende und neue BHKWs im Flexbetrieb auf?

– Was ist bei der Biogasversorgung und der Schnittstelle Transformator zu beachten?

Diese und weitere Fragen zur Vorbereitung und Durchführung der Investitionsentscheidung sowie der Ablauf zu Realisierung werden an einem Praxisbeispiel vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert.

3 Praxisseminare stehen dieses Jahr noch bis Mitte Dezember an. Betreibern aus Mecklenburg- Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt sei das nächste Praxisseminar in Neustrelitz am 9.12.2015 empfohlen, melden Sie sich hier an, Detailinformationen liefert der Seminarflyer. Zwei weitere Veranstaltungen für Schleswig-Holstein am 15. 12 in Treia und 16.12 in Brokenlande finden Sie ebenfalls auf der Homepage der IG Biogasmotoren.